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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 5, 2. Abtheilung

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(— Försterthal). Am jenseitigen Ufer, dem Jagdhause gegenüber, hat die Eisenbahnlinie 
Sziget-Körösmezö eine Station; dort führt auch eine ausgezeichnete Landstraße nach 
Körösmezö. Von der kleinen Lichtung, welche das Jagdhaus umgibt, überschaut man das 
Thal des unten vorbeischäumenden Flusses weithin, stromauf und stromab. Kronprinz 
Rudolf liebte dieses stille, malerisch schöne Plätzchen nicht nur wegen der herrlichen Lage, 
sondern besonders auch, weil die Gegend ungemein wildreich ist. Der Wald ist hier nach 
allen Seiten reich an Bären, Hirschen, Rehen und anderem Groß- und Kleinwild. Das 
Jagdgebiet ist jetzt sammt den Gebäuden an den Erzherzog Josef August verpachtet. 
Etwas unterhalb, an der Mündung des Visö in die Theiß, liegt die Großgemeinde 
Nagy-Bocskö, mit 4.600 Einwohnern, eine der schönstgelegenen Ortschaften des Comitats. 
Nagy-Bocskö ist Hauptversandtplatz des in der oberen Theißgegend und im Visö-Thale 
gewonnenen Fichtenholzes, und diese Arbeit erfüllt in den Frühlingsmonaten das ganze 
hübsche Thal mit geräuschvollem Leben. In diesem Orte hat 1868 eine Aktiengesellschaft 
eine „Ungarisch-schweizerische Soda- und Chemicalienfabrik" errichtet, die seit einigen 
Jahren den Namen „Klotild" führt und in Massen Schwefelsäure, Schwefel, Soda, Chlor 
kalk, Glaubersalz, Salzsäure, Salpetersäure u. s. w. erzeugt. Auch werden hier feuerfeste Ziegel 
und den Säuren widerstehende Gefäße in jeder Qualität vorzüglich hergestellt. Der Absatz 
dieser Fabrikate erstreckt sich auf ganz Ungarn, das benachbarte Galizien, Bukowina, auch 
Südrußland und den Wiener Platz. Ein Theil der Bevölkerung arbeitet in der Fabrik, 
doch zieht sie auch vortreffliches Obst. Dies bewog kürzlich das k. u»g. Ackerball 
ministerium, in der Gemeinde eine Obstgärtnereischule zu errichten. Zehn Kilometer 
nördlich von hier liegt Kabolapolyäna, im anmuthigen Thale des Soporka-Flußes, 
mit großen Eisenwerken. Die Eisengewinnung begann in diesem Orte schon 1775. Der in 
der Gemarkung und den Bergen der benachbarten Gemeinden vorkoinmende Spath-, 
Braun- und Rotheisenstein wird in großer Menge gefördert. Die Eisenindustrie hat sich 
hier neuesteus so gekrüftigt, daß sie auch auf den großen Märkten jeder Concurrenz 
gewachsen ist. 
Unfern der Ortschaft erhebt sich am linken Soporka-Ufer ein reizender Hügel, und 
auf diesem das Bad Gyertyänliget mit vielen schönen Gebäuden und Villen. Die 
herrliche Gegend, gute Einrichtung und die Heilkraft der an Spaa erinnernden Quellen 
ziehen alljährlich viele Gäste herbei. 
Unterhalb von Nagy-Bocskö öffnet sich am linken Ufer der Theiß das schöne Thal 
des Nvua-Baches. Wo dieses ein kesselartiges Becken bildet, liegt, auf drei Seiten von 
steilen, zum Rutschen geneigten Bergen umgeben, Rvn aßek, mit 1.550, meist magyarischen 
Einwohnern und starker Salzgewinnung. Das Rönaßeker Salzbergwerk ist im ganzen 
Maramaros am längsten in Betrieb. In der Nähe der jetzigen Salzbergwerke fand man
	        
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