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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 5, 2. Abtheilung

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gleichfalls mit einem Eisenwerk, das jährlich etwa 160.000 Stück Spaten und Hacken 
herstellt. 
Bei der Mündung des Nagy-Äg in die Theiß liegt die Stadt Hußt, am westlichen 
Rande des Comitats, am rechten Ufer der Theiß. Sie hat 7460 meist magyarische 
Einwohner. Das bedeutendste Gebäude ist die gothische Kirche der Reformirten, die noch 
vor der Reformationszeit erbaut und von einer alten, starken Steinmauer umgeben ist. 
In der Gruft dieser Kirche ruht unter anderen die erste magyarische Dichterin 
(XVII. Jahrhundert) Baronin Sidonie Petröczy, mit ihrem Gatten, dem General Grafen 
Lorenz Pekry. Zum malerischen Eindruck der Gegend trägt die Burgruine viel bei, die 
sich auf einem Bergkegel am östlichen Ende der Stadt erhebt. Die Burg bestand schon im 
Jahre 1351; im XVI. Jahrhundert gehörte sie den Fürsten von Siebenbürgen. Als 
Lazarus Schwendi im Januar 1567 Munkäcs eroberte, versuchte er auch die Hußter 
Burg zu nehmen, was aber mißlang. Zur Zeit der Wesselenyi'schen Verschwörung, im 
Jahre 1670, fand ein Theil der Anhänger Franz Raköezis I- hinter den Mauern der 
Hußter Burg ein Asyl. Michael Apaffy II. verkaufte seine Besitzungen in Maramaros 
sammt der Hußter Burg für immerwährende Zeiten an die ungarische Krone. Im 
Jahre 1703, als Franz Räköczi II. die Burg einnahm, schloß sich der ganze Adel von 
Maramaros seinem Heere an. Nach dem Szatmärer Frieden erhielt die Burg deutsche 
Commandanten, bis endlich im Sinne eines vom 25. October 1776 datirten Erlasses die 
Burg gänzlich geräumt und dem Verfall überantwortet wurde. Sie bildet jetzt eine 
malerische Ruine. In dieser schrieb der unsterbliche Kvlcsey eines seiner schönsten 
Epigramme; es heißt „Hußt", und in seinen letzten Zeilen spricht der Geist zum Dichter 
folgendermaßen: 
„Patriot, was frommt's Dich auf diesen Trümmern zu härmen, 
Schatten einstigen Ruhms neu zu beschwören, was frommt's? 
Blicke mit Ernst in die Zukunft hinaus und vermal' ihr das Heute, 
Wirke, schaff' und gedeih', so wird das Vaterland groß." 
Das Ugocsaer Lomitat. 
Dort, wo die fruchtbaren Ebenen des großen Alföld enden und die wildromantischen, 
waldbedeckten Berge des Karpathischen Waldgebirges beginnen, liegt zwischen die Comitate 
Bereg, Szatmar und Maramaros eingekeilt das kleine, nur 1191 Quadratkilometer 
große Ugocsaer Cvmitat. Es ist eines der Gebiete, wo nach dem Anonymus Notarius die 
Magyaren bei der Landnahme zuerst hingelangten und sich niederließen, um dann weiter 
zuziehen, dem großen Alföld zu. Durch den Tatarensturm wurde der größte Theil der 
Bevölkerung vertrieben und ausgerottet. Nachdem dieses verheerende Unwetter sich verzogen 
hatte, wurden die verödeten Gegenden mit Sachsen und Slaven besiedelt. Die goldene
	        
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