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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 5, 2. Abtheilung

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Hauptthore  noch  jetzt  das  Wappen  des  Bischofs  von  Erlau  zu  sehen.  Gegenüber  steht
das  große  Franeiscauerkloster,  das  aber  nur  noch  von  einem  Mönch  bewohnt  ist;  die
übrigen  Räume  werden  vermiethet.  Gegen  das  Ende  der  Stadt  hin,  nahe  dem  Feketehegy
  (schwarzen  Berg),  steht  das  Perenyi'sche  Schloß,  in  einem  gegen  20  Joch  großen
Park.  Sein  Erdgeschoß  wurde,  nach  den  vom  Familienarchiv  gelieferten  Daten,  Mitte
des  XVI.  Jahrhunderts  erbaut,  als  die  kaiserlichen  Truppen  Franz  Perenyi  aus  der
benachbarten  Burg  Kankö  Vertrieben  und  diese  geschleift  hatten.  Im  XVIII.  Jahrhundert
wurde  dem  Erdgeschoß,  unter  Beibehaltung  der  ursprünglichen,  vierthürmigen  Anordnung,
ein  barockes  Stockwerk  aufgesetzt.  Aus  dieser  Zeit  stammt  auch  die  innere  Ausstattung,
insbesondere  die  Wandmalereien.  Im  Obergeschoß  befindet  sich  ein  18  Meter  langer
Saal,  dessen  Deckenbild,  vom  Jahre  1780,  die  Hochzeit  des  Ahasverus  und  der  Esther
darstellt.  An  den  Saalwänden  hängen  zahlreiche  alte  Familienporträts  und  historische
Seenen.
Auf  einem  Hügel  unter  dem  Feketehegy  stehen  zwischen  Weingärten  die  Reste  der
Burg  Kankö,  die  im  Mittelalter  als  Kloster  benützt  wurde.  Auf  dem  Gipfel  des  Berges
befindet  sich  eine  kellerartige,  mit  Wasser  gefühlte  Höhle.  Das  Volk  glaubt,  sie  sei  voll  mit
Gold,  Edelgestein  und  anderen  Schätzen,  die  bei  irgend  einem  Tatareneinfall  das  flüchtende
Volk  dort  zusammengeschleppt  habe.  Wiederholte  Versuche,  in  die  Höhle  einzudringen  und
ihre  Geheimnisse  zu  erforschen,  blieben  vergeblich.  Auf  dem  Feketehegy  stehen  zahlreiche,
villenartige  Kelterhäuser  und  wächst  ausgezeichneter  Wein;  besonders  die  Nagy-Szöllöser
Riesling-  und  Bakatorweine  wetteifern  an  Kraft  und  Bouquet  mit  den  berühmtesten
ungarischen  Bratenweinen.  Die  Landstraße  umzieht  den  Feketehegy  im  Westen  und  steigt
durch  freundliche  Felder  und  schattigen  Wald  zum  Gipfel  des  Hark-Berges  empor,  um
sich  jenseits  nach  Veresmart  hinabzuschlängeln.  Hier  steht  eine  sehr  hübsche  griechischkatholische
  Kirche  mit  schönen  Wandbildern  von  Ignaz  Roskovics.  Vom  Hark-Berge  hat
man  eine  herrliche  Aussicht  auf  die  unten  hingebrcitete  fruchtbare  Ebene,  in  der  die  Theiß
einem  blitzenden  Silberbande  gleich  umherzieht,  und  auf  den  Halbkreis  der  Berge  von
Kirva,  Verecze  und  Tarna.  Gegenüber  erblickt  man  die  Hußter  Burg.  Die  Aussicht  ist
eine  Merkwürdigkeit  des  Comitats,  die  auch  Seine  Majestät  im  Jahre  1852  gesehen  hat.
Mitten  im  Thale  unterhalb  des  Berges  erhebt  sich  ein  Hügel,  auf  dem  man  etliche
Trümmer  sieht;  sie  sind  das  Einzige,  was  von  dem  Glanze  der  einst  berühmren  Burg
Nyalab  übrig  geblieben.
Westlich  von  Nagy-Szöllös  sitzt  eine  im  Allgemeinen  recht  wohlhabende,  meist
magyarische  Bevölkerung.  Die  größte  und  hübscheste  Ortschaft  dieser  Gegend  ist  S  alänk,
in  der  hügeligen  nordwestlichen  Ecke  des  Comitats,  am  Fuße  des  Hömlöcz-oderHelmecz-Berges,
  der  sich  als  spitze  Pyramide  372  Meter  hoch  erhebt.  Der  mit  mächtigem  Eich-
            
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