Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 5, 2. Abtheilung

472
3200  Einwohnern,  nach  Nagy-Szöllös  die  bestbevölkerte  und  wohlhabendste  Gemeinde
des  Comitats.  Die  Einwohner  sind  größtentheils  vollkommen  magyarisirte  Schwaben.
Die  bedeutendsten  Gebäude  sind  die  römisch-katholische  Kirche  und  das  Perenyi'sche,  jetzt
dem  Grafen  Hessenstein  gehörige  stockhohe  Schloß,  das  einst  befestigt  war;  in  dem
umgebenden  Park  sieht  man  noch  einen  Theil  der  Schanzen.
Längs  des  Tür  liegen  vorzügliche  Weizenfelder  und  ausgedehnte  Waldung.
Südwestlich  von  Tür-Terebes,  auf  dem  Wege  nach  Szatmär,  kommt  man  dann  alsbald  aus
diesem  kleinen,  aber  an  Naturschönheiten  reichen  Comitat  hinaus.
Nagpbänpa  und  Umgebung.
Schlägt  man  von  Szatmär-Nemeti  aus  die  Richtung  nach  Osten  ein  und  hat  das
alte  Schloß  von  Aranyos-Medgyes  hinter  sich  gelassen,  so  thut  sich  vor  dem  Auge  das
Panorama  einer  dreifachen  Bergkette  auf,  die  im  Halbkreise  die  fruchtbare  Ebene  umfängt.
In  der  Mitte  des  Halbkreises  erhebt  sich  in  weiter  Ferne  das  Gutin-Gebirge.  Nach  dieser
gewaltigen  Felsgruppe  benennt  sich  jener  Zweig  des  Vihorlat-Gutiner  Trachytzuges  der
Nordost-Karpathen,  der  sich  vom  linken  Theißufer  in  südöstlicher  Richtung  bis  zur  Grenze
des  einstigen  Siebenbürgen  erstreckt.  Der  nordwestliche  Theil  der  Berggruppe,  das  Avas-Gebirge,
  umfaßt  mit  seinen  sanfteren,  niedrigen  Bergen  das  Flachthal  des  Tür-Flusses
beinahe  im  rechten  Winkel.  Wo  die  beiden  Zweige  des  Avas  Zusammentreffen,  beginnen
die  felsigen  Berge  des  längs  der  Märamaroser  Grenze  aufsteigenden  Köhät.  Dem  Gutin
schließt  sich  in  südöstlicher  Richtung  das  Lapos-Gebirge  an,  und  westlich  vom  Czibles,  dem
äußersten  südöstlichen  Theile  des  Halbkreises,  geht  in  kühner  Schwenkung  das  Jlosvacr
Hügelland  ab,  um  den  Horizont  zu  schließen.
Die  von  Szatmär  ostwärts  streichende  Ebene  verliert  sich  plötzlich,  fast  ohne  Übergang, ­
  am  Fuße  der  südlichsten  Ausläufer  der  Ostkarpathen.  Am  äußersten  Ende  dieser
Ebene  liegt  Nagybanya,  dessen  alter  schlanker  Thurm  schon  von  weitem  das  Auge  anzieht.
Jenseits  von  Nagybanya,  zwischen  den  Bergen,  taucht  das  malerisch  gelegene  Felsöbanya
auf,  mit  den  weiß  schimmernden  Thürmen  seiner  Kirche,  die  schon  als  Kathedrale  gelten
könnte.  Die  Ebene  und  das  vor  den  Bergen  wogende  Hügelgelände  sind  mit  kleinen,
schmucken  Dörfchen  besät.  Der  Fuß  und  die  Flanken  der  Berge  sprenkeln  sich  mit  Gürten,
Weinpflanzungen,  Kastanienhainen,  die  höheren  Theile  aber  sind  mit  dichten  Eichen-  und
Buchenwäldern  bedeckt;  zwischen  die  einzelnen  Berggruppen  senken  sich  anmuthige  Thäler,
deren  Eingang  schon  die  in  ihren  Tiefen  harrenden  Naturschönheiten  verräth.  Im  Hintergründe ­
  entfaltet  sich  in  öden  Hochebenen  und  himmelan  starrenden  Berggipfeln  die  düstere
Pracht  der  Alpenwelt  und  beherrscht  die  Gegend,  von  der  Alexander  Petöfi  schrieb,  sie  sei
so  schön,  als  habe  die  Natur  sie  nach  seiner  Phantasie  gestaltet.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.