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Weizen einheimst; an den meisten Orten aber hat man zu dergleichen keine Zeit. Sobald
das Grün des Weizens abwelkt, um Peter und Paul, spätestens um Mariä Heimsuchung
(daher „Mutter Gottes mit der Sichel"), erkracht seine Wurzel und man beginnt die
Ernte, gewöhnlich an einem Freitag oder Samstag. Der Schnitter geht mit der Sense,
der Garbenbinder mit der Sichel.
Schon zu Neujahr nimmt der Landwirth seine Schnitter auf, denn wer auch nur
zehn Joch Frucht stehen hat, erntet kaum mehr selbst. Nicht als ob dies nicht vortheilhaft
Mäher.
für ihn wäre oder als ob er es für erniedrigend hielte. Beileibe. Gerade das wäre
erniedrigend, wenn er dem armen Mann sein Bischen Brod und Verdienst nicht gönnen
wollte. Ein solcher Landwirth würde keinen Taglöhncr für andere Arbeiten bekommen,
denn auch die Armut hat ihr schwarzes Buch, in das sie den geizigen oder hinhälterischen
Landwirth einzeichnet.
Die Ernährung der Schnitter ist Sache des Landwirthes. Entweder läßt er selbst
kochen und ihnen das Essen hinaustragen, in welchem Falle die Wirthschaftenn nur recht
tief in die Schmalztonne hinablaugen mag, sonst kommt das Haus ins Gerede; oder er theilt
ihnen die Lebensmittel zu: acht Kilogramm Brod, drei Liter Hirsebrei und „Tarhvnya"
Ungarn II. ^