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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 2

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stehen fortwährend bereit. Bei unbestimmten Symptomen aber helfen jene „nichtsnutzigen" 
kleinen rothen Hirsekörner, welche den armen Mann unausbleiblich sofort kuriren, wenn 
es zur Beruhigung der gnädigen Frau dienlich ist. 
lind die lange schwere Arbeit erschöpft weder die Gesundheit des Mannes, noch 
seine gute Laune. Das religiöse Gefühl des älteren Schnitters sprudelt oft plötzlich während 
des Schneidens ans und man hört seine Dankhymne schallen, während er mit beiden Armen 
die dickleibige Ährengarbe an seine Brust preßt. Und nach zwei Wochen, wenn er seine 
Das Sensenschärfen. 
Sichel hinlegt, zieht er in großen Scharen nach der Stadt unter buntbebändertcn Kränzen 
und Kreuzen, nicht um der Ruhe zu pflegen, sondern um unter fröhlichem Gesang durch die 
Gassen zu streichen. Dies ist der Triumphzug eines siegreichen Heeres; er endigt mit Tanz, 
der in die halbe Nacht hinein währt und bei dem die Dirne in ihrem allerneuesten Röcklein 
erscheint. Um Mitternacht geht man auseinander und hängt den Kranz un Hanse als 
Spiegelschmuck oder an einer Wand der Kirche aus. 
Doch dies ist erst das Fest der Schnitter; der Landwirts, hat noch zu nichts Zeit, 
als höchstens einen Frendentrunk zu geben; seine Arbeit soll erst noch beginnen. Es beginnt 
die malerische Scene des Einführens in möglichster Morgenfrühe, spät Abends und auch
	        
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