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besonders aber von seiner guten Mutter, die zartesten Dinge; es thut ihm wohl, wenn
seine Mutter die Hände um ihn ringt:
„Weinen mag die Mutter, deren I Einen Todten hat sie täglich,
Sohn zum Kalbfell mußte schwören, j Weint um ihn, was menschenmöglich."
Es gefällt ihm, wenn die Mädchen um ihn klagen, denn dann erst kann er sie ja so
recht trösten, von Herzen und aus vollem Halse. Vor dem Militär hat er keine Angst,
sondern schämt sich im Gegentheil, wenn er ausgemustert wird. Am Tage vor der
Assentirung steigt die ganze Schar zu Wagen und führt hinein zur „Stellung"; unterwegs
wird viel gesungen und jedem Entgegenkommenden der Gruß der vollen Flasche
zngeschwenkt; unter gleicher Lustigkeit findet die Rückkehr statt, nur setzen sich jetzt die
„Assentirten" auf einen eigenen Wagen, weg von den „Ausgemnsterten". An vielen Orten
geht das Juchhe der ganzen Woche auf Kosten des Dorfes. Wer seiner Militärpflicht
genug gethan, kehrt heim zu seiner ursprünglichen Beschäftigung, aber seiner Rede und
Haltung sieht man die militärische Schule immer an. Er hat sich in höheren: Maße
Ordnungsliebe, Ehrgefühl, ja Mäßigkeit angeeignet, im Gegensatz zu seinen berühmten
Vorgängern, den »Obsitos« (verabschiedete Soldaten), die ehemals bis ins späte Alter,
arbeitsscheu und ungefüge, als wahre Last des Dorfes dahinlebten.
Ist aber der Bursche ein großer Bursche bei der Rekrntirung, so ist sein Vater
ein noch größerer Jemand bei der Abgeordnetenwahl. Nicht vielleicht, als ob er sich
dem Übermuth hingeben würde. Er fühlt im Gegentheil das Gewicht seiner Person und
Stimme, und das verleiht ihm Gravität. Eine schöne Rede wirkt lebhaft auf ihn, er
versteht sie und grollt selbst wegen eines starken Wortes nicht, wenn es aufrichtig ist
und in schöner Form vorgetragen wird. Dennoch knickt er selbst vor der schönsten Rede
nicht zusammen und hängt so zäh an seiner politischen Fahne wie an seiner Religion,
ohne doch in dieser wie in jener Hinsicht unduldsam oder nachträgerisch zu sein; daher es
denn auch selbst unter den leidenschaftlichsten Aufregungen nur selten zum Zusammenstoß
kommt. Hat der Gegencandidat oder haben dessen Unterstützer seinen Beifall gewonnen,
so bleibt er zu Hause, um ihm wenigstens nicht zu schaden, wenn er ihm schon nicht nützen
kann. Auch die Bestechung hat im Alföld am wenigsten Wurzel geschlagen. Er trinkt wohl
den Wein des Kandidaten, wenn er ihm freundlich angeboten wird, aber er ist zu stolz,
um für Geld oder Wein seine Stimme zu verkaufen. An vielen Orten steht das Gewissen
der Abstimmenden unter starker localbehördlicher Disciplin, und hat einmal die Obrigkeit
die Fahne ansgesteckt, so geht ihr die ganze Gemeinde nach. Wer Winkelzüge macht,
verdächtig wird oder Unfug treibt, der wird unter diesem oder jenem Vorwände zur
Neutralität gepreßt, damit er der Ortschaft keine Schande mache. So lange die Vor
kehrungen für die Wahl währen, wochenlang, ist die Gemeinde ganz bunt von Fahnen