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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 2

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Klein-Knmanen sind, mit Ausnahme der jazygischen Colonien, reformirt, und zwar sind die 
Gemeinden — um uns die Antwort eines ihrer Richter auf die Frage des Erzbischofs von 
Erlau anzueignen („Gibt es hier Römisch-Katholische?" „Nein gnädiger Herr, wir sind 
Gott sei Dank ganz rein!") — ganz rein, das heißt entweder rein römisch-katholisch oder 
rein reformirt, und auch wo sich eine gewisse Mischung zeigt, ist der eine Theil gewöhnlich 
eine an Zahl und Besitz verschwindend unbedeutende Minorität. Die Jazygen sind ein sehr 
glaubenseifriges Volk und haben Sinn dafür, ihren Eifer bei den verschiedenen kirchlichen 
Ceremonien mit gebührendem Pomp zu bekunden. Die Rosenmädchen der Prozessionen, 
der Glanz der Fackelmessen, bei denen man die jazygischen Väter mit der Andacht und in 
der Tracht ihrer Vorfahren aus dem vorigen Jahrhundert (blauer Fuchspelz mit Silber- 
knöpsen, ungarische Hosen und Stiefel) prunken sieht, sind angenehme Überraschungen für 
das Auge. Für ihre Geistlichen hegen sie eine unbegrenzte Ehrfurcht. Der calvinistische 
Knmane hängt nicht weniger an den einfachen Formen seiner Religion, da ihm aber diese 
keinerlei Pomp gestattet, eindringlichen Gesang und die ungewöhnliche Größe der Kirchen 
ausgenommen, so sieht er den Luxus in der Anzahl seiner Priester. Ihm ist „ein Pfaff in 
einer Kirche" nicht genug, sondern er hält sich zwei, mit gleichem Rang und Wirkungskreis. 
Dieses System beginnt bei den Groß-Kumanen und blüht auch in den volkreichen Kirchen 
jenseits der Theiß. 
Die Jazygo-Kumanen wohnen mit 220.000 Seelen auf einem Flächenraum von 
4.700 Quadratkilometer in 25 Gemeinden. Von den letzteren liegen 11 auf jazygischem, 
6 auf groß-kumanischem und 8 auf klein-kumanischem Gebiet. Ursprünglich so scheint es 
—- und auch in der Geschichte finden sich Spuren davon — zerfiel jeder Stamm in sieben 
Zweige und hatte auch sieben „Herbergen" (82üliüs) oder „Sitze" (ülös); wo diese Zahl 
sich vermehrt hat, handelt es sich um nichts Anderes als um den ausgeschwärmten Theil 
einer Gemeinde, und wo sie geringer ist, folgt dies aus der Verschmelzung zweier Schwärme. 
Das kleinste Gebiet ist das der Jazygen, aber dennoch das meist bevölkerte und reichste; 
Groß-Knmanien ist etwas größer und gleich wohlhabend, aber verhältnismäßig weniger 
bevölkert. Am größten — größer als beide zusammen — aber an Bevölkerung und 
Ertragskraft an: ärmsten ist Klein-Knmanien. Die Berge kennt der Jazygo-Knmane nur 
von ferne, der Jazyge die Mätra, der Knmane das Gebirge von Tokaj, das er bei klarer 
Luft sieht; der Klein-Kumane sieht meistens nichts dergleichen. Statt des Gebirges haben 
sie den Sand, obwohl auch den nicht überall, besonders in Groß-Knmanien, wo der Sand 
gerade so für Geld gekauft wird wie der Kalk, was nicht ausschließt, daß es nirgends so 
rein gehaltene Häuser gibt als in Groß-Knmanien. 
Die schönste Lage haben die dem Fuße der Mätra vorgelagerten, mit Sand gemischten 
oder reinen schwarzen Lehmboden zeigenden ertragskräftigen jazygischen Felder. Noch
	        
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