errichtet, in der Nähe des ansehnlichen Stadthauses und des einstigen Distrietualgebändes,
welches durch das Justizministerium als Kreisgefängniß eingerichtet wurde. Dadurch hat
das berühmte Gefängniß von Jäszbereny, einst der Schrecken der „armen Bursche", aber
zugleich ein Muster humaner Reinlichkeit, eine bedeutende Vergrößerung erfahren.
Das Wasser der Zagyva läuft durch die Stadt und bildet einige Inseln, welche zum
Volksgarten nmgestaltet sind; es muß gesund sein und besser als sein Ruf, denn die ganze
Stadt trinkt es, und doch sehen die Leute so gut aus, daß es ihnen schwerlich schadet. Die
Sage hält Jäszbereny für eine Stadt Attilas, und auch der Jazyge glaubt dies, der
übrigens außer dieser Sage gerade in Jäszbereny noch eine andere werthvolle Reliquie
bewahrt, das Horn Lehels, ein reichgeschnitztes elfenbeinernes Kunstwerk, wahrscheinlich
von byzantinischem Ursprung. An seinem unteren Ende zeigt es eine Scharte, welche
entstanden sein soll, als der berühmte Feldherr der Sage nach damit den Kaiser Konrad
erschlug. Dieses Horn figurirte bis in die neueste Zeit als Kleinod und Abzeichen der
Kapitäne von Jazygo-Kumanien; bei Festlichkeiten hing es an ihrer Seite, bei ihrer
Bestattung an ihrem Sarge, ja es besaß sogar eine mystische Kraft, denn wer daraus
Zagyva-Wasser trank, wurde davon sofort zum Jazygen. Um Jäszbereny her, aus einem
Gebiet von 1.000 Quadratkilometer, stehen die anderen zehn Gemeinden. Da sind vor
Allem Apäti und Ärokszälläs, Städte von gleichem Gebiet, gleicher Fruchtbarkeit und
Volkszahl, mehr als 10.000 Seelen jede; die erstere bewahrt das Bildniß eines Getreuen
des Königs Matthias, des Gespans Thar, der, aus einem Paulinermönch zum Kapitän
der Knmanen geworden, auch seinem kriegerischen Amte mit seltener Religiosität Vorstand;
das Gebiet der letzteren ist vom Csörszgraben durchschnitten, der einen sagenhaften
Ursprung hat. Dann kommen Kis-Er und Ladäny mit 5.000 bis 10.000 Einwohnern,
ferner Fenyszaru, die beiden Szent-György, Fe gyvernek, Dözsa, Jäko Halma
lauter Ortschaften mit schwarzem Boden, von Jahr zu Jahr reicher, schöner, auch
Stammsitze weiblicher Schönheit.
In Groß-Kumanien gibt es keine hervorragende Stadt, da eine der anderen nicht
gestattet, hervorzuragen. Alle sechs wetteifern miteinander, so wie ihre Kirchen an Größe
wetteifern und ihre prächtig geformten Thürme an Höhe und überdies noch die eine in
diesem, die andere in jenem Punkte. Sie verdienen es, namentlich angeführt zu werden.
Kun-Szeut-Märton gedeiht durch jazygische Sparsamkeit, Madaras durch kumanische
Zähigkeit, Turkeve steigert die Fruchtbarkeit seines ausgedehnten Gebiets durch kluge
Wirthschaft. Zweiunddreißig Dampfmaschinen befördern seinen Getreidereichthum in die
Scheuern und es hat sich, damit nichts von der massenhaften Frucht unverwerthet bleibe,
eine Flügelbahn nach Mezö-Tur gebaut, und damit der Geldertrag des Getreides nicht
unnütz in der Lade liege — obgleich zwei Sparkassen vorhanden sind — legt es denselben