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9.000, größtentheils in Dorog und Böszörmeny wohnhaft. Römisch-Katholische begannen
erst zu Ende des vorigen Jahrhunderts sich anzusiedeln und ihre Zahl beträgt jetzt 11.000,
die der Juden, welche übrigens jetzt völlig magyarisch geworden sind, etwa 5.500. Die
einzelnen Konfessionen leben in brüderlicher Eintracht und von Haß oder Unduldsamkeit ist
unter ihnen keine Spur.
Die Bevölkerung ist über mittelgroß, von kräftigem Körperbau, weder braun noch
blond, obgleich immerhin die braune Schattirung vorwiegt, wogegen Hellblond sich nur
vereinzelt findet. Die Tracht unterscheidet sich kaum von der der übrigen Alföld-Magyaren;
höchstens kann man sagen, daß die Kranichfeder am Hut und die Sporen an den Stiefeln
Szoboszlö.
häufiger Vorkommen, als wo immer sonst. Die Frauen bevorzugen für ihre Tracht
einfarbige, dunklere Stoffe, mit Ausnahme der gegen die Theiß hin wohnenden und der
deutschen Frauen von Ujväros, welche mehr für schreiende Farben eingenommen sind.
Die überwiegende Mehrheit des Volkes lebt vom Ackerbau. Handel und Gewerbe
beschränken sich so ziemlich nur auf den Localbedarf, was übrigens nach Lage und Verhält
nissen nicht anders sein kann. Hat doch der stolze Hajducke es bis in die allerjüngste Zeit
herein seiner unwürdig erachtet, sich mit Industrie oder gar Handel abzugeben; nur
Militärdienst, Ackerbau und Beamtenthum hielt er für passende Beschäftigungen. Auch die
Hausindustrie ist kaum der Rede werth, selbst das früherhin fleißig geübte Spinnen und
Weben haben die Frauen schon aufgegeben, seitdem wohlfeile Gewebe fertig zu haben sind;
höchstens in Nänas und Böszörmeny blüht ein beachtenswerther Zweig von Hausindustrie:
die Strohhntflechterei.
Ungarn II. 21