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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 2

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unter  einem  Zauberschlage  sich  mit  Grün  bedeckt.  Mit  lautem  Geschrei  sind  auf  einmal
Tausende  von  Wildgänsen  zur  Stelle,  Schwarm  auf  Schwarm  rückt  der  hellstimmige
Goyser  heran,  und  die  zahllosen  großen  und  kleinen  Windpfeifer,  die  unübersehbaren
Scharen  der  Wildenten,  von  der  großköpfigen,  giftig  schnatternden  Stockente  herab  bis
zur  kleinen,  beweglichen,  piepsenden  Krikente,  und  stoßen  unter  fröhlichem  Lärmen  in  das
Gewässer  der  Tümpel  nieder,  die  wiederum  ans  dem  neubelebten  Röhricht  hervorblitzen.
Die  Puszta  ist  auferstanden!  —  Nun  geht  es  an  ein  Geplätscher,  Geschnatter,  Gegacker,
Gepfeife  und  Gepiepe,  gewaltig  beherrscht
durch  das  weithinhallende  Gebrüll  der  im
Schilf  niedergeduckten  Rohrdommel  und
übertönt  von  dem  scharfen  „Buwik"-Ruf  des
unruhigen  Kiebitzes,  der  in  übersprudelnder
Laune  Purzelbäume  durch  die  blaue  Luft
macht.  Auch  die  spitzgeflügelte  Möve  kommt
raschen  Fluges  herbei,  ihr  silberglänzendes
Gefieder  blinkt  da  und  dort  hell  auf  im  klaren
Tageslicht;  unter  heftigem  Geschrei  flügelt
sie  über  den  gekräuselten  Wassern  umher.
Ein  wahres  Vögelparadies!  Bedauerlich  ist
dabei  nur,  daß  auch  der  Puszten-Adler,
der  grausame  Räuber,  um  diese  Zeit  ganz
gut  weiß,  wo  er  seine  Beute  zu  suchen  hat.
Auch  er  findet  sich  pünktlich  ein  und  hascht
da  einen  in  ernstes  Nachdenken  versunkenen
grünköpfigen  Enterich  weg,  dort  einen  sauft
eingenickten  Goyser,  wodurch  die  gemüthliche
Unterhaltung  etwas  gestört  wird.  Jndeß,  der  beklagenswerthe  Fall  des  braven  Enterichs
oder  Goysers  ist  bald  wieder  vergessen  und  der  hinterlistige  Adler  hat  vielleicht  noch  nicht
einmal  Zeit  gehabt,  sich  mit  seiner  Beute  auf  einem  Hügel  niederzulasfen,  so  ist  die  fröhliche
Stimmung  schon  wieder  hergestellt;  höchstens  beweint  noch  ein  Kiebitz  oder  eine  Möve  mit
klagender  Stimme  das  tragische  Ende  des  verlorenen  Kameraden.  —  Auch  die  Herden
kehren  zurück;  wieder  hört  man  das  zornige  Brüllen  düster  blickender  Stiere,  das  weithin
schmetternde  scharfe  Wiehern  schlanker  Hengste,  das  sanftmüthige  Blöcken  frommer  Schafherden. ­
  Wiederum  erklingt  die  melancholische  Hirtenpfeife,  die  Hirtenfeuer  flammen  von
neuem  auf  und  glänzen  um  die  Wette  mit  dem  Abendstern.  Größeres  Wildpret  verirrt
sich  selten  in  die  Gegend,  doch  hält  sich  hier  außer  dem  erwähnten  Snmpfgeflügel  und

Hajduckischer  Großbauer.
            
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