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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 2

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Ruine  der  Burg  Erdöd.
nicht  nur  in  der  Tracht,  sondern  auch  durch  Sitten  und  Dialect  ab.  Es  liech  hart  an  das
Ecseder  Moor  gedrückt;  ein  einziger  Weg  verbindet  es  über  Kälmänd  mit  der  Außenwelt,
nämlich  mit  Nagy-Karoly;  im  Übrigen  kann  es  nur  im  Winter,  wenn  der  Sumpf  gefriert,
quer  über  diesen  mit  Tyukod  verkehren.  Sein  Boden  aber  ist  fruchtbar  und  reich,  seine
Bevölkerung  wohlhabend  und  arbeitsam.  Es  ist  eine  uralte  Niederlassung,  ursprünglich
von  Szeklern,  und  hat  bei  so  isolirter  Lage  Gebräuche  und  Mundart  in  ihrer  Eigenthümlichkeit
  vollkommen  zu  erhalten  gewußt.
Die  Dörfer  der  Gegend  von  Nagy-Karoly  leben  von  der  Landwirthschaft  und
einigem,  der  Statur  des  Landes  entsprechenden  Handwerk.  Die  Anwohner  des  Moores,
die  Leute  von  Kaplyon,  Börvely  und  Kälmänd,  bringen  selbstgeflochtene  Binsenmatten

auf.  Von  den  Leuten  zwischen  Szamos  und  Kraszna,  sowie  in  den  Dörfern  bei  Szatmär,
welche  den  Dolmäny,  im  Winter  die  Guba  und  dazu  den  Hut  mit  schmaler  Krämpe  und
„Käsedeckel"  tragen,  unterscheidet  man  sogleich  den  Bewohner  von  Ecsed,  der  die  schwarze
Guba  und  den  Bundschuh  (boeskor)  trägt,  und  noch  leichter  den  von  Börvely,  dessen
Kleidung  im  Sommer  und  Winter  aus  Leinwandhose  und  Kittel  besteht,  wozu  noch  der
unvermeidliche  kleine  Schnappsack  kommt,  Alles  durch  die  Frauen  im  Hause  gewebt.
Börvely  ist  das  eigenthümlichste  Dorf  der  ganzen  Gegend;  es  weicht  von  den  übrigen
            
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