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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 2

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Einen  ergänzenden  Theil  vom  Szatmär-Nemeti  bildet  gleichsam  der  etwa  zwei
Stunden  von  der  Stadt  gelegene  „Szatmärer  Berg",  kurz  der  „Berg"  (Hegy)  genannt,
eine  Weinbaueolonie  in  reizender  Lage  mit  besonderer  Ortsbehörde.  Die  2.000  Einwohner
des  „Hegy"  dazugerechnet,  beläuft  sich  die  Bevölkerung  von  Szatmär-Nemeti  auf  mehr  als
21.000,  wovon  die  Hälfte  Reformirte,  über  4.000  Katholiken,  die  übrigen  zu  fast  gleichen
Theilen  Rumänen  und  Juden.
Außer  Nagy-Käroly  und  Szatmär  hat  die  soeben  geschilderte  Gegend  keine  andere
Stadt  von  größerer  centraler  Bedeutung.  Doch  ist  sie  dicht  mit  Dörfern  besetzt,  unter
denen  man  Orten  von  geschichtlicher  Bedeutung  und  blühenden  Marktflecken  begegnet,
Eesed  bietet  durch  die  Vergangenheit  seiner  Veste  ein  lebhaftes  geschichtliches  Interesse,
ist  aber  jetzt  nur  eine  einfache  Gemeinde.  Rozsäly,  einst  der  Stammhorst  des  Geschlechts
Kun  von  Rozsäly,  ist  ein  noch  unbedeutenderes  Dorf,  doch  besteht  sein  altes  Kastell,
wiewohl  verödet,  noch  jetzt.  Der  Flecken  Erd  öd  ist  nicht  nur  durch  die  Erinnerung  an
die  Drägfys  und  den  hier  geborenen  berühmten  Erzbischof  von  Gran,  Thomas  Bakaes,
bemerkenswert^  sondern  auch  durch  das  jetzt  nur  noch  als  Ruine  vorhandene  Schloß,
welches  Graf  Alexander  Karolyi  1730  an  der  Stelle  der  alten  Burg  erbauen  ließ.  Diese
Trümmer  bestrahlt  der  Glanz  der  Vergangenheit,  in  neuerer  Zeit  aber  auch  die  Liebesflamme
  des  größten  ungarischen  Lyrikers;  in  Erdöd  wohnte  ja  die  Braut  Alexander
Petöfis  und  hier  genoß  der  Dichter  Tage  der  beglückenden  Liebe,  in  dieser  Gegend,
zu  Koltö  nahe  bei  Nagy-Banya,  verlebte  er  die  ersten  Wochen  seiner  Ehe.  Auch  die  Burg
von  Arany  os-Medgy  es  ist  vom  Geiste  der  Romantik  umspielt.  Ihre  Glanzzeit  begann
unter  Jakob  von  Kaplyon  und  steigerte  sich  unter  den  Bäthorys,  den  Lönyays,  besonders
der  Fürstin  Anna  Lönyay,  der  Gattin  Johann  Kemenys;  1670  aber  wurde  sie  auf
königlichen  Befehl  gebrochen  und  besteht  seitdem  nur  als  halb  bewohntes  Schloß.  Burg
Ny  alab  jenseits  der  Theiß  in  Ugocsa,  auf  hohem  Hügel  aus  der  Ebene  anfragend,  kündet
den  alten  Ruhm  der  Perenyis  und  „beweint  ihren  Ruin"  (nach  dem  Volksküche  „Kistükör",
das  ist:  kleiner  Spiegel).  Auch  Burg  Szinycr  wird  geschichtlich  erwähnt,  ist  aber  spurlos
verschwunden;  dagegen  liegt  jetzt  an  jener  Stätte  ein  blühender  Flecken  ausgebreitet,
Szinyer-Väralja,  der  bemerkenswertheste  Ort  zwischen  Szatmär  und  Nagy-Bänya.
Erwähnen  wir  noch  als  volkreichere  und  wohlhabendere  Marktflecken,  gegen  die
Nyir  hin  Nyi'r-Medgyes  und  M  äteszalka,  wohin  jetzt  eine  Eisenbahn  führt,  auf  dem
Szamosrücken  das  tabakreiche  Fejer-Gyarmat  und  Csenger,  das  durch  Mattenindustrie ­
  bekannte  Tyukod,  im  Ugocsaer  Comitat  den  blühenden  Handelsplatz  Tisza-Ujlak
  und  Halmi,  so  haben  wir  in  großen  Zügen  den  nordöstlichen  Theil  des  großen
ungarischen  Alföld  geschildert,  der  von  der  Nylr  und  dem  Grmellek  angefangen  den  linken
Ufer  der  Theiß  und  beide  Ufer  der  Szamos  entlang  zieht  und  gegen  Ost  und  Süd  von
            
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