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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 2

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zu  tragen,  und  die  solchermaßen  im  Laufe  langer  Jahre  angehäufte  Bodenschichte  trägt
gleichfalls  dazu  bei,  den  Humus  zu  nähren,  das  Erdreich  fruchtbarer  zu  machen.  Bei
großer  Hitze  trifft  es  sich  aber  auch,  daß  das  Moor  sich  selbst  entzündet  und  wie  Torf
brennt.  Solche  gefährliche  Brände  pflegt  man,  wenn  sie  zu  sehr  um  sich  greifen,  durch
Gräben  zu  isoliren.  Übrigens  kommen  im  Moore  nicht  nur  einzelne  Bäume,  sondern  ganze
Weißbuchen-  und  Erlenwälder  vor.

Waldpartie  aus  dem  Ecseder  Moor.

Mit  der  fortschreitenden  Einschränkung  des  Sumpfes  beschränken  sich  auch  immer
mehr  die  eigenartigen  Beschäftigungen,  die  das  dortige  Leben  früher  begleiteten.  Die
Moorgrnndel  ist  ein  eigenthümliches  Kind  des  Schlammes  und  wird  in  den  „Moorbrnunen"
  und  Mulden  zur  Winters-  und  Frühlingszeit  mittelst  mannigfacher  Vorrichtungen ­
  (Körbe,  Hamen,  Schoppgarne)  in  ungeheuren  Mengen  gefangen,  um  in  Fässern,
Kufen  und  aus  Weidenruthen  oder  Flaschenkürbissen  gefertigten  Gefäßen  auf  dem  Markte
zu  Nagy-Karoly  verkauft  oder  noch  weiter  in  Gegenden  versandt  zu  werden,  wo  das
Volk  zu  fasten  pflegt.  Die  Grundel  war  ein  besonders  beliebtes  Fischgericht  der  alten
ungarischen  Küche  und  noch  jetzt  kommt  zuweilen  eine  Schüssel  „Sauerkraut  mit  Grundeln"
selbst  auf  den  besten  ungarischen  Tisch.
            
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