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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 2

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Stefan Ferenczy (1834). Jetzt ist der Park ein öffentlicher Vergnügungsort und dient 
auch als Localität des Schützenhauses. 
Westlich vom St. Ladislaus-Platz, in der Ladislaus Teleki-Gasse steht das große 
Wohlthätigkeits-Jnstitut der Barmherzigen Schwestern und gegenüber die andere, schon 
in diesem Jahrhundert gebaute doppelthürmige Kirche der Reformirten; jenseits derselben 
führt die Straße auf den großen Marktplatz. Im Osten des St. Ladislaus-Platzes aber, 
in der Kapuzinergasse, befindet sich das Kapuzinerkloster und in der Adlergasse erhebt sich 
die in orientalischem Stil gebaute Kuppel der Synagoge. 
Weiterhin nach Osten dehnt sich der alte „Große Platz" aus, der an der Stätte des 
ehemaligen verwüsteten Varad entstanden ist. In dieser Gegend befand sich auch das Haus, 
wo Peter Pazman, Kardinalprimas von Ungarn, der Führer der Gegenreformation und 
einer der Meister der ungarischen Kunstprosa, geboren wurde (1579). 
Jenseits des großen Platzes finden wir östlich die Festung, ein Fünfeck mit Basteien 
in Ziegelbau, zwei Thoren und Wassergräben. An die Ostseite der Festung schließt sich 
die Vorstadt Velencze an, von deren Ende aus sich ein Prächtiger Blick auf die Hügelkette 
längs der Körös öffnet. Auf einer höheren Kuppe dieser Kette erhob sich einst das erste 
Prämonstratenserkloster in Ungarn, von König Stefan II. gegründet, der auch daselbst 
begraben wurde. Jetzt ragt ans dem Nachbarhllgel die Calvarienkirche empor. Gegenüber 
blaut fern der Kiralyhägö, im Hintergrund blinken die weißen Alpen von Kalotaszeg, 
rechtshin aber ragt der Somlyö-Berg, an dessen Fuße die Groß-Wardeiner Heilquellen 
entspringen. Das Wasser derselben gehört hinsichtlich seiner Wirkung in eine Gruppe mit 
den weltberühmten Heilquellen von Gastein, Teplitz, Plombieres und Römerbad. Der 
Weg dahin führt an sanften Hügeln vorbei durch ein schönes Thal und berührt zwei 
Dörfer, Szölös und Szent-Marton, letzteres mit einem Kastell der Prämonstratenser aus 
dem vorigen Jahrhundert. Jenseits dieses Dorfes, von Bergen umgeben, tauchen aus den 
Wäldern die Badeorte aus, links das „Bischofsbad", in alten Zeiten „St. Ladislaus-Bad", 
rechts das „Felix-Bad". Bei einer Temperatur von -i- 34 3 Grad bis -r- 40'7 Grad 
Celsius bewährt sich das St. Ladislaus-Bad vorzüglich gegen chronischen Rheumatismus, 
Gicht, Skropheln, Hautkrankheiten, Lähmungen, Altersschwäche und dergleichen. Die 
Gebäude sind hübsch und bequem, in neuester Zeit sind besondere Conversations-, Tanz- 
und andere Säle hinzugekommen. Am Waldessaum steht eine schöne Kapelle. Zur Unter 
haltung der Gäste ist Manches vorhanden, darunter eine ständige Musikkapelle, Kähne 
für Fahrten zwischen den Lotusblumen des Teiches, Spaziergänge im Walde, zum neuen 
Meierhof, Ausflüge nach Groß-Wardein und in das benachbarte Felix-Bad. Das letztere 
ist nach dem Provinzial des Prämonstratenserordens, Felix Halcher (1711), benannt, der 
das Bad neu belebt hat. Es hieß früher St. Martins-Bad und wird auch vom Chronisten
	        
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