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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 2

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Nachdem das Getöse der Kämpfe Franz Raköczys II. verstummt war und sobald 
Karl III- zur Reorganisation des Landes schritt, wurde das Bekeser Comitat wieder dem 
Mutterlande einverleibt. Es bekam einen Grundherrn und ein neues Leben begann. 
Sein Obergespan, Jakob von Löwenburg, ließ im Jahre 1717 eine Zählung der 
zersprengten Einwohnerschaft vornehmen, konnte aber im gesammten, 62 Quadratmeilen 
großen Gebiete des Comitats kaum 2.000 Seelen znsammenbringen! Die früheren Grund 
besitzer waren in den langwierigen Kriegen theils gefallen, theils entflohen. Die 
unabhängige besitzende Classe, deren Macht in ihrer Intelligenz und ihrem Vermögen lag, 
war aus dem Bekeser Comitat ansgewandert. Lange Zeit mußten die für höhere Ämter 
tauglichen Männer aus anderen Comitaten gewählt werden. 
Die hohen Adelsfamilien in Bekes bestehen auch heute noch aus den Nachkommen 
in weiblicher Linie senes neuen Grundherrn, der, nachdem die Bewegung niedergeschlagen 
worden, von König Karl III- um 24.000 Gulden die zur Szegediner königlichen Kameral- 
präfeetur gehörigen fiskalischen Güter im Bekeser Comitat erhielt. Es waren dies: Gyula, 
BMs, Doboz, Gerla, Csaba, Körös-Ladany, Gyarmat, Öcsöd, Vesztö, Szentes, 
Szarvas und Szeghalom. Der neue Grundherr aber war der aus Niederösterreich 
stammende Kriegsverpflegscommissär und Kameralrath Johann Georg Haruckern. Er 
kannte sich keiner ungarischen Ahnen rühmen und hatte auch nicht sein Blut vergossen für 
die Ideen, die den Ungar begeisterten, aber durch die politischen Verhältnisse hierher 
verschlagen, wurde er ungarischer Magnat und dann Obergespan des Bekeser Comitats, 
das er neugeschaffen hat. Er verzweifelte nicht, als er die verödeten und entvölkerten 
Pusztenstrecken sah. Seine erste Sorge war, die in Trümmern liegenden Ortschaften wieder 
zu bevölkern. Er veröffentlichte einen Aufruf, worin er allen Bewohnern des Landes, die 
sich in Bekes ansiedeln würden, die Überlassung eines ausreichenden Grundstücks anbot und 
volle Religionsfreiheit zusicherte. Daraufhin strömten die Leute scharenweise nach diesem 
Comitate, besonders die im Oberlande wegen ihrer Religion verfolgten Evangelischen. Es 
spricht für den gesunden Verstand des weisen und humanen Eolonisatvrs, daß er zur 
Verhütung religiösen und nationalen Haders an jedem Orte nur Leute gleicher Sprache 
und gleichen Glaubens ansiedelte, mit Ausnahme von Mezö-Bereny, wo neben evange 
lischen Slovaken und Deutschen auch reformirte Magyaren wohnten, und von Gyula, 
dessen Bevölkerung aus römisch-katholischen Magyaren und Deutschen, reformirten 
Magyaren und griechisch nicht unirten Walachen bestand. Ilm die Ansiedler noch fester an 
den Boden zu knüpfen, überließ er ihnen auch den Genuß der grundherrlichen Beneficien. 
Konnten sie die mäßig bemessene Steuer nicht entrichten, so schoß er ihnen unverzinsliches 
Geld vor, die ausgedehnten Puszten aber gab er ihnen jochweise für sehr geringe Beträge 
in Pacht. So bedeckte sich Bekis alsbald mit großen Gemeinden. Kein Wunder, daß
	        
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