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Südöstlich von Väsarhely liegt das Csanader Comitat. Auch dieses wurde im
XVI. und XVII. Jahrhundert durch die Kriege zur Einöde und erst nach der Vertreibung
der Türken mit einer gemischten, meist herzugewanderten Einwohnerschaft bevölkert; einige
Gemeinden sind erst in neuester Zeit auf den Staatsdomänen entstanden. Der Comitatssitz
ist Mako, eine blühende Stadt mit 32.000 Einwohnern. Sie liegt in einer so tiefen
Niederung, daß man vielfach schon in der Tiefe von einem Meter auf Wasser stößt, doch
ist dieses meist untrinkbar, so daß man das Wasser der Maros benützt und neuestens das
des artesischen Brunnens in Szegedin bezieht. Die Einwohner, reine Magyaren, bekunden
namentlich viel Eignung zum Gartenbau. Ihre Zwiebeln sind zu einem sehr lohnenden
Artikel des Welthandels geworden, doch versendet man auch Gemüse, Pfirsiche und Trauben
in großer Menge, besonders nach Hamburg, Rußland und England. Die Frauen sind
wegen ihrer Schönheit berühmt; an ihrer ungemein schmucken Tracht fallen namentlich
das doppelte Kopftuch und die mit Gold oder Silber ausgenähten koketten Pantoffeln auf.
Die Stadt hat mehrere ansehnliche Gebäude, darunter das Comitatshaus, den Palast des
Bischofs von Csanad, das Rathhaus, das Comitats-Krankenhaus, die Bürger- und
Volksschulen und den alterthümlichen Thurm der Reformirten nebst ihrem Gymnasium.
Östlich von Mako liegt Nagylak mit 10.000 magyarischen, slovakischen und
walachischen Einwohnern, welche Ackerbau und Geflügelzucht treiben. Nagylak hat eine
bewegte Geschichte. Zu Anfang des XV. Jahrhunderts bekam es serbische Ansiedler unter
Jaksics, der zum Schutz gegen die Türken eine Veste und ausgedehnte Erdwerke erbaute,
dazu eine noch in ihren Ruinen imposante Kirche, welche zum Theil für den griechischorientalischen,
zum Theil für hussitischen Gottesdienst eingerichtet war. Es hatten sich
nämlich hier auch cechische Hussiten niedergelassen, die jedoch bald wieder heimkehrten.
Im Jahre 1514 besiegte Dözsas Bauernheer in der Nähe die adeligen Herren und gewann
die ganze Maroslinie, Burg Csanad mit inbegriffen, wo der Bischof gepfählt wurde. Die
Gefallenen sollen unter einem großen Hügel liegen, in welchem thatsächlich Waffen und
massenhaftes Gebein gefunden wurden. Nachdem 1739 mit den Türken Frieden geschlossen
war, wollte man auch die Serben von Nagylak zur Frohnarbeit zwingen, da zogen sie aber
scharenweise dahin zurück, von wannen sie gekommen, während eine Anzahl nach Südungarn
und Rußland auswanderte. So blieb Nagylak abermals verödet, bis nach einigen
Jahren wiederum Serben und Walachen, seit 1800 auch Slovaken kamen, die noch jetzt
die Mehrzahl bilden. Sie sind wohlhabend, manche bewohnen Häuser im Werth von
15.000 bis 16.000 Gulden und haben sich einen stockhohen Getreidespeicher gebaut.
Die Geschichte der übrigen Gemeinden ist ebenso wechselvoll. Zu den bemerkenswertheren
gehören Földeäk mit einer alten gothischen Kirche, Batonya, Apätfalva,
Palota, Sajt^ny, Tornya, ferner Mezö-Koväcshaza, berühmt durch die in ganz