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spricht anders als Dvrvzsma und dieses anders als Horgos, wie dies in charakteristischer
Weise eine alte historische Anekdote zum Ausdruck bringt. Auf der ehemaligen Schiffbrücke
mußte nach dem städtischen Statut Jedermann Brückeninauth zahlen, nur die Szegediner
nicht. Natürlich führte dies zu zahllosen Mißbräuchen. Die Hinüber- und Herübergehenden
gaben sich immer für Szegediner aus und die Batzen in der Mauthlade wollten sich gar
nicht mehren. Der Magistrat zerbrach sich den Kopf darüber, wie diesem Übel Einhalt zu
thnn wäre. Und siehe da, ein verschmitzter Einfall half aufs gründlichste, wo lange Jahre
hindurch keine Strenge, keine Coutrole, kein Statut genützt hatten. Dem Mautheinnehmer
wurde nämlich befohlen, fortan die Leute au der Brücke nicht mehr zu fragen, woher sie
seien, sondern au sie die amtliche Frage zu richten: „Womit wird bei Euch die Suppe
gegessen?" Darauf antwortete der Maköer: „LaläuiE (mit dem Löffel), und der
Dvrvzsmaer: »LanouvL«, worauf der Einnehmer auf sie losfuhr: „Gut, so zahlt die
Mauth und damit Punktuni; denn derSzegediner ißt die Suppe üarmllul (mit demLöffel)".
Durch spitzfindige Einfälle hat sich Szegedin oftmals genützt; auch in den Handel
und Wandel des Volkes sind sie übergegaugen und Szegedin war in dieser Hinsicht stets
dem ganzen Alfvld voraus. Seine Märkte waren berühmt, sein Kleingewerbe nahm eine
beherrschende Stellung ein, einzelne seiner kleinen Jndustrieerzengnisse (Paprika, Seife,
Larhonya) wurden im ganzen Lande beliebt und drangen sogar ins Ausland. Doch dies
versah die Szegediner nur mit Brot, den Kuchen verdienten sie sich durch Fischfang,
Schiffahrt und Holzhandel, die drei Hauptquellen ihres Wohlstandes, denen sich als
vierte die Eisenbahn auschloß, als die gestimmte Production des reichen Landestheiles
hier ihren Dnrchgangspnnkt hatte. Im Außenbezirk besitzen die Ackerbautreibenden der
jetzigen zweiuudzwauzig Haiiptmanuschafteu eine andere ergiebige Quelle des Gedeihens,
nämlich eine großartige Viehzucht.
sonderbar genug, daß die alte Bevölkerung Szegedins trotz der Betriebsamkeit
und des Haudelsgeistes, welche sie charakterisirte», sich einzelne Handelszweige dennoch
entschlüpfen ließ, so daß diese den Serben auheimfielen, welche im Jahre 1687 hereiu-
strvmten und sich zivischeu den Palissadeu (puläulc --- Planken) der Stadt niederließeu.
Der Stadttheil Palank wurde das Nest für Elemente verschiedenster Abstammung;
deutsche Gewerbsleute, griechische Krämer verwandelten sich hier durch eine gewisse ethnv-
graphische Gähruug in Magyaren, indem sie nach und nach die typischen Eigenschaften
des Szegediner eivis annahmen.
Jeden Morgen, seit undenklichen Zeiten, versammelt sich auf dein Platze vor dem
Rathhaus jener Theil der männlichen Bevölkerung, welcher sich mit Kauf und Verkauf
befaßt. Mehrere hundert Menschen treiben sich dort umher, Großfischer (llser), Schiffs
zimmerleute (superSchvpper) und Kaufleute. Zu einer großen Gruppe geschlossen,