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ein, 1768 aber kamen zahlreiche magyarische Familien aus dem Baranyaer Comitate und
gründeten den Stadttheil, der noch heute Ungargasse heißt. Eine neue Bewegung ging
durch die Bevölkerung, als unter der Regierung Maria Theresias und Josefs die Stadt
abermals mit Deutschen besiedelt wurde, welche Ackerbau und Handel tüchtig förderten.
1769 erhielt sie von Maria Theresia das Marktprivilegium und bald auch das Stadtrecht.
1779, als Graf Christof Niczky die Temeser Provinz in Comitate eintheilte, wurde
Groß-Becskerek Hauptort des wiedererweckteu Torontaler Comitats und erhielt dadurch
die Grundbedingung zu weiterer Entwicklung und raschem Aufblühen. 1807 wurde es
mitten in seinem Aufschwung fast gänzlich durch Feuer verheert, erstand aber bald wieder
aus seinen Ruinen und hat sich seither rasch gehoben und vergrößert. Gegenwärtig treibt
es nicht nur lebhafte Schiffahrt auf der Mga, sondern besitzt auch eine von Groß-Kikinda
ausgehende und gegen Versecz abzweigeude Localbahn, durch welche es in ständiger
Verbindung mit dem Weltverkehr steht. Die Zahl der Bevölkerung hat sich neuestens durch
3.000 magyarische Kolonisten vermehrt, was der Stadt einen mehr magyarischen Typus
verleiht. Die Ortschaften der Umgegend jedoch sprechen meistens andere oder auch mehrere
Sprachen. So ist Aradäcz slovakisch, Bötos serbisch, Ecska deutsch und walachisch,
Elemer deutsch und serbisch, Katalinfalva, Klek, Läzärföld, Zsigmondfalva,
Erneszthäza und Szärcsa deutsch, Bega-Szent-György deutsch und serbisch,
Kis- und Nagy-Torak walachisch, Lukäcsfalva magyarisch und bulgarisch, Jankahid
und Udvarnok serbisch, walachisch und deutsch, endlich Szent-Mihaly und Torda
magyarisch.
Wenn man von Budapest, über Szegedin kommend, die nordwestliche Grenze der
Temeser Gegend überschreitet, trifft man an der Szegedin-Temesvärer Eisenbahnlinie das
uralte Szöreg und Oroszlänos, welches noch von der Begründung des ungarischen
Königthums her berühmt ist, sodann die einstigen kumanischen Kolonien Balkan und
Mokrin (ehemals Homoker) und gelangt über diese Stationen schließlich nach Groß-Kikinda
(Nagy-Kikinda), vormals Hauptort und Sitz der Behörden in dem vor einigen
Jahren aufgehobenen privilegirten serbischen Districte Südungarns. Dem durch Maria
Theresia im Jahre 1774 errichteten Districte gehörten zehn Ortschaften an: Groß-Kikinda,
Mokrin, Keresztur, Jozefova, Kärlova, Basahid, Fränyova,
Melencze, Kumänd und Taras. Der größte Theil der serbischen Einwohnerschaft
bevölkerte diese Gemeinden in den Jahren 1752 bis 1753, als die Militärgrenze der
Theiß-Marosstrecke aufgehoben wurde. 1875 wurde der Groß-Kikindaer Bezirk dem
Torontaler Comitate einverleibt und die Bevölkerung erwarb durch Ablösung den Grund
und Boden des Ärars. Seitdem wächst, gedeiht und verschönert sich Groß-Kikinda
zusehends und der überraschende Fortschritt betrifft nicht nur seinen Wohlstand, sondern auch