531
Pfarrhaus, das Casino, der Gasthof, die 1766 erbaute und jetzt durchaus erneuerte
römisch-katholische Kirche, alles dies verleiht Zsvmbolha ein vornehmes Äußere. In seiner
unmittelbaren Nähe finden sich, außer den raizischen, walachischen und magyarischen
Dörfern wie Kis-Oroszi, Magyar- und Szerb-Czernya, Töba und Komlös,
die schönsten Gemeinden der südungarischen Deutschen. Die bedeutendsten unter diesen sind:
Lovrin, mit dem Schlosse der Freiherren von Liptay, Szent-Hubert, Csatäd, der
Geburtsort Lenaus, Billed, Nagy-Jecsa und Gyertyämos, letzteres eine der wvhl-Schloß
CsitS.
habendsten und wackersten deutschen Gemeinden. Um Gyertyämos her liegen die kroatischen
Gemeinden Csenej, Kecsa und Kläri.
Ein hochinteressantes ethnographisches Bild entfaltet sich längs der Temesvar-Arader
Eisenbahnlinie. In jenem bunten Kaleidoskop, als welches das südungarische
Vvlkergemisch erscheint, bilden die ungarischen Bulgaren ohne Zweifel eines der hervorragenderen
Elemente. Sie sind ein begabtes, verständiges, praktisches und religiöses Volk.
Die nähere Schilderung ihres Volkswesens wird der Leser an anderer Stelle finden;
vorderhand möchten wir nur Einiges über ihr Stammnest, die Stadt Vinga, sagen.
Vinga ist nach den geschichtlichen Zeugnissen bereits ein alter Ort. Laut einer Urkunde aus
dem XI ll. Jahrhundert war es einst im Besitze des Grafen Niklas, Bruders des Grauer
84*