Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 2

563

Tuchwams.  Für  die  Arbeit  des  Sommers  dagegen  legen  sie  eine  luftige,  bequeme  Kleidung
an,  und  zwar  grob  gewebtes  Leinenzeug,  weiße  Wollstrümpfe  und  Lederpantoffeln.
Die  Frauen  haben  sich  die  ursprüngliche  Tracht  besser  bewahrt.  Mädchen  und
junge  Frauen  tragen  dichtgefältelte  kurze  Röcke  und  binden  sich  breite  weiße  oder  blaue
Schürzen  um.  Der  Oberleib  ist  mit  einem  feinen  Leinenhemd,  einem  schwarzen  oder
farbigen  Seidenleibchen  und  einem  kreuzweise  gebundenen  farbigen  Seidentuch  bekleidet.
Als  Halsschmuck  dient  ein  silbernes  oder  goldenes  Kreuzchen  an  schwarzem  Sammtbande,

Altes  deutsches  Ehepaar  im  Leibgedinge.
mitunter  auch  eine  Schnur  Glasperlen  oder  Korallen.  Die  Mädchen  gehen  barhaupt  und
stecken  ihren  Haarzopf  mittels  eines  Rückenkammes  helmförmig  über  den  Scheitel  auf.
Die  Frau  verbindet  sich  den  Kopf  mit  einem  schwarzen,  blauen  oder  gelben  Tuche.  Als
Fußbekleidung  werden  ausgeschnittene  schwarze  Lederschuhe  getragen,  dazu  bei  den
Mädchen  weiße,  bei  den  Frauen  blaue  Strümpfe  mit  rothen  Zwickeln.  Schmuck  zu  tragen
ist  bei  ihnen  noch  nicht  recht  Sitte.  Höchstens  trifft  man  bei  den  jungen  Mädchen  silberne
Ohrringe  und  nach  ihrer  Verheiratung  einfache  Trauringe.  Zur  Erntezeit  verrichten  sie
die  Arbeit  in  breitkrümpigen  Strohhüten,  die  sie  meistens  selber  flechten.
Der  südungarische  Deutsche  ist  im  Allgemeinen  ein  sehr  praktischer,  häuslicher,
rechnender  Mensch,  dabei  fleißig,  anstellig,  guter  Wirth  und  beinahe  bis  zum  Geiz
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.