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mitten in diesem großen Bezirke aus, jene Orte aber schuf er zum Besitze des Ärars und
bevölkerte sie alsbald niit den scharenweise eintresfenden neuen Kolonisten. Für diese
glücklichen Operationen erhielt Redl die Herrschaft Stanisics-Rasztina, welche in den
Händen seiner Nachkommen (der freiherrlichen Familie Redl) gegenwärtig eine der schönsten
Musterwirthschaften bildet.
Zombor mußte sich damit zufrieden geben, daß es im Jahre 1749 königliche Frei
stadt wurde. Sein Gebiet beträgt 53.577 Katastraljoch. Dieser Grundbesitz gehört größten-
theils Serben, welche die Hälfte der 24.000 Einwohner Zombvrs ausmachen; von der
anderen Hälfte sind je 5.000 Magyaren und Bunyeväczen und etwa 2.000 Deutsche. Der
landwirthschaftliche Betrieb und die Lebensweise sind hier seit uralter Zeit die nämlichen
wie in Maria-Theresiopel; wer Vermögen hat, wohnt am liebsten draußen auf seinem
Szälläs. Aus diesem Grunde entwickelt sich auch Zombor äußerlich nur langsam, obgleich
es sich von Anfang an sehr günstiger Verhältnisse erfreut hat. Schon um die Mitte des
vorigen Jahrhunderts war es Sitz der ärarischen Güterdirection, welche von hier aus die
wichtige Angelegenheit der Kolonisationen betrieb; später wurde der Franzenskanal an der
Stadt vorbei geführt und auch der Sitz des vereinigten Comitats dahin verlegt. All dies
fesselte eine Menge gebildeter Elemente an die Stadt und sie nahmen noch zu, als
mancherlei andere Ämter dahin übersiedelten, die Stadt selbst aber beginnt erst seit einigen
Jahren ein gefälligeres Äußere anzunehmen. In ihrem alten Mittelpunkte, ans dem Platz
vor dem thurmgeschmückten Rathhause stehen noch die altvaterischen Ärarialgebäude des
vorigen Jahrhunderts, hier ist die im Innern schön restaurirte römisch-katholische Kirche,
während sich an der anderen Ecke des Platzes das neue Staatsgymnasium erhebt.
Die schönste Straße ist die Hauptstraße, welche von der Rückseite des Rathhauses
dem Comitatshanse zuführt, aus lauter stockhohen Häusern besteht und auch die elegantesten
Läden aufweist. Das schönste Gebäude der Stadt ist das auf dem freien Platze allein
stehende Cvmitatshaus. Schon in seiner alten Gestalt wurde es als einzig in ganz Ungarn
gepriesen; jetzt, nachdem es im vorigen Jahrzehnt mit dem Auswande einer halben
Million Gulden restaurirt worden, gleicht es an Größe und äußerer Zier einem fürstlichen
Palaste, es sist der Stolz und würdige Sitz des großen Doppelcomitats. Es enthält
prächtige Privatwohnungen und eine ganze Menge der verschiedensten Ämter. Außer den
sämmtlichen Centralämtern des Comitats ist darin das Stuhlrichteramt von Zombor
untergebracht; 36 Zimmer nehmen der Gerichtshof und das Grnndbuchsamt ein;
dort findet man ferner die Finanzdiretion, das Staatsbauamt, das königliche Schul-
inspectorat, dann im rückwärtigen Tracte die königliche Staatsanwaltschaft und die mit
einer Schnellpresse ausgestattete Comitatsdrnckerei; selbst der landwirthschaftliche Verein
des Comitats und die historische Gesellschaft haben darin Unterkunft gefunden.