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MAK

Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 2

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Tief  im  Wasser  liegt  ein  Marmorklumpen,
Auf  dem  Marmor  steht  von  Gold  ein  Humpen,
Drin  ein'  Handvoll  Schnee  von  Eiseskälte;
Leg'  den  Schnee  aufs  Herz  dir,  aufs  gequälte:
Wie  der  Schnee  an  deines  Busens  Gluten,
Schmilzt  um  dich  mein  Herz  bis  zumVerbluten!"
Unter  den  an  den  Verlauf  des  Kalenderjahrs  geknüpften  serbischen  Festen  ist  das
erste  das  Weih  nachts  fest  (boLie).  Der  Familienvater  geht  in  den  Wald  und  fallt  eine
junge  Eiche,  von  der  er  einen  Klotz  (bncknjaü)  heimtrügt,  wobei  er  sagt:  „Guten
Abend!  glückliche  Weihnachten!"  Der  Klotz  wird  auf  das  Feuer  gelegt.  Am  Abend  dieses
Festes  (backnji  ckon)  streut  der  Familienvater  Stroh  auf  den  Stubenboden  und  singt  dabei
kirchliche  Gesänge.  Die  Hausfrau  setzt  sich  aus  das  verstreute  Stroh,  damit  ihre  Gluckhenne
die  Eier  richtig  ausbrüte.  Dann  schüttet  er  Weizen  auf  den  Tisch,  bindet  ein  rothes  Band
quer  darüber  und  legt  so  viele  Stücke  Knoblauch  darauf,  als  die  Familie  Mitglieder  hat;
hierauf  geht  er  in  den  Stall  und  gibt  dem  Vieh  Salz  zu  lecken.  Besitzt  er  Bieueu,  dauu
bläst  er  so  viele  Male  in  jeden  Bienenkorb  hinein,  als  er  Schwärme  zu  haben  wünscht,
und  bezeichnet  diese  Zahl  durch  ebenso  viele  Knoten  an  einem  Bindfaden.
Früh  Morgen»  geht  man  in  die  Kirche  zur  Frühmesse,  wo  denn  der  Priester  mit
feierlicher  stimme  verkündet:  „Xristos  so  roäi«  (Christus  ist  geboren);  die  Anwesenden
rufen  darauf  in  starkem  Chor:  „Vn  istiiru  rocki«  (Wahrlich,  er  ist  geboren).  Dann
umarmt  sich  Alles,  sogar  Feinde,  welche  diesen  Augenblick  ergreifen,  um  sich  zu  versöhnen.
Zu  Hause  angelangt,  umarmt  sich  die  ganze  Familie.  Nach  der  Messe  setzt  sich  die  Familie
mit  den  Weihnachtsgästen  (xoIaLnjinIr)  zum  Liebesmahl.
Morgens  erscheint  vor  jedem  Hause  ein  Besucher  und  wirft  mit  der  einen  Hand
Getreide  zur  Thür  herein  mit  dem  Rufe:  „Christus  ist  geboren".  Aus  dem  Hause  streut
Jemand  ebenso  Getreide  hinaus  und  antwortet:  „Wahrlich,  er  ist  geboren".  Nun  tritt  der
Besucher  näher,  schlägt  mit  seinem  Stabe  auf  den  noch  brennenden  Eichenklotz,  so  daß
dieser  Funken  sprüht,  und  sagt:  „So  viel  Funken,  so  viel  Pferde,  Ochsen,  Schafe,  Ziegen,
Schweine,  Bienenkörbe,  so  viel  Glück  und  Segen  wünsch'  ich".  Aus  seiner  Betonung  werden
mancherlei  Schlüsse  auf  die  Erfüllung  seiner  Wünsche  gezogen.  Die  Hausfrau  bewirthet
den  Besucher.  Der  brennende  Klotz  wird  dann  gelöscht  und  im  Obstgarten  auf  die  Äste
eine»  jungen  Obstbaumes  gelegt,  was  den  Obstertrag  fördern  soll.
Während  des  Mahles  brennt  eine  in  den  Weihnachtskuchen  gesteckte  Wachskerze  und
die  Familienmitglieder  rufen  einander  fortwährend  zu:  „Gottes  Friede  mit  uns!  wahrlich,
Christus  ist  geboren".  Nun  wird  auch  die  öesnion  (große  Pvgatsche)  gebrochen,  in  der  eil!
Geldstück  versteckt  ist:  wer  es  bekommt,  wird  ein  glücklicheres  Jahr  haben  als  die  übrigen.
            
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