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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 2

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die Frauen aus Sittsamkeit nur zur Hälfte leeren. Wenn die Flasche geleert ist, werden 
die Speisen anfgetragen. Jetzt erheben sich alle, bekreuzen sich, beten, singen dem Schutz 
heiligen ein Preislied und setzen sich wieder, mit Ausnahme etwa der jüngeren Frauen 
zimmer, denen diese Ehre selten zutheil wird. 
Beim Aufträgen des Bratens wird die Wachskerze im Kuchen angezündet und der 
Tisch mit Weihrauch bewuchert; man erhebt sich, betet, singt Kirchenlieder zu Ehren Gottes, 
ißt gekochten Weizen (kolsivo) und der Hausherr bricht mit Hilfe des Priesters den Kuchen 
in vier ücheile. Das erste Viertel bekommt der Geistliche, das zweite der Hausherr, das 
übrige die Gäste; dabei werden Lieder gesungen, welche besagen, daß es nichts Schöneres 
auf der Welt gibt, als Gott zu verherrlichen, ehrlich erworbenen Wein zu trinken und in 
Ehren sich das Mittagsmahl schmecken zu lassen. Ein solches Gastmahl dauert unter 
lustigen Liedern und den krausesten Trinksprüchen bis zum nächsten Morgen. 
Jeder <^erbe, und sei er noch so arm, feiert den Tag seines Schutzpatrons, — „wer 
dies nicht thnt seinetwegen, dem entzieht Gott seinen Segen".
	        
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