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Die Theißinseln sammt ihren Bewohnern bildeten noch in der jüngsten Vergangen
heit ein Stück interessanter, unbekannter Welt im Lande. Durch die eisige Frühlingsflut
an dem einen Ende fortwährend abgebröckelt, am anderen angeschwemmt, durch den
veränderlichen Lauf des Theißbeckens bald dem einen, bald dem andern Cvmitate
angegliedert, gehörten sie zumeist den Ufergemeinden als ein Besitz von zweifelhaftem
Werthe. Auf ihren hügeligen Theilen wachsen Weiden, Silberpappeln, Erlen zu pfad
losem Gebüsch zusammen, in den Niederungen Röhricht, Ginstergesträuch, bedeckt mit
Anis und wildem Kümmel, ein Sammelplatz der fischsressenden Wasservögel, die um die
breitästigen Bäume herum wahre Guanolager absetzen, auf denen die wilde Brombeere
lustig gedeiht; die Höhlen der Bäume sind voll mit wilden Bienen; auf den Zweigen
hängen die Kugeln riesiger Wespennester, die Pappeln sind dicht beladen mit Krähen
nestern und Misteln; an den Zweigen des jungen Holzes hängen wie Wunderfrüchte
die Nester der Feigendrossel, aus Weidenwolle meisterhaft zu einem Beutel zusammen
gewirkt; in den Erdrissen sieht man die zellenartigen Höhlen der Uferschwalben; im
Hinteren Theile der Insel das dichte Schwingeldickicht (Usstuen lluitaiis), dessen Frucht
der „Thaubrei" ist und dessen Wurzel von „lebendem" Wasser befeuchtet sein will. Die
Insel bietet außer den Flugthieren, nur solchen ein Heim, deren „Gevatter" das Wasser
ist: der Fischotter, der Wasserratte, der Schildkröte, ja man sieht hier und da sogar
die Spuren -eines Biberlagers; Schlangen und Ochsenfrösche gibt es in großer Menge.
Das eine Ufer, welches dem befahrenen Flußarm folgt, betreten hier und da auf
kurzen Besuch die Flößer und schlagen eine improvisirte Hütte ans, bis der Wind, der ihre
Flöße ans Ufer trieb, nachgelassen. Manchmal läßt sich auch ein kühner Jäger vom anderen
Ufer hinüberführen, der die Leidenschaft hat, seltene Wasseradler, braune Ibisse zu
schießen, oder ein in die Botanik verschossener Dorflehrer, der die seltene Meerkvhlwurzel
(Oambs Dutaria) sucht, von welcher (nach Diöszegi) ein Stück zwanzig Menschen satt
macht. Die Inseln hatten jedoch auch ständige Bewohner, aber ihre Qualification finden
wir in den Volkszählungslisten nicht. Das sind Menschen, die von „Nichts" leben, die im
Winter Grundeln fangen und im Sommer mit einem Stück Schafpelz Wassernuß fischen,
die Heilkräuter pflücken, das „Salep" aufsuchen, im Winter von den Espen das „Popinm"
sammeln, die Mistel zum Vogelleim bereiten und daniit die Vögel fangen, dem Kibitz
listig seine gut versteckten Eier nehmen; sie machen ans Beifnß Zündschwamm und ans
dem Zweig des Schlingstrauches wohlgebohrte Pfeifenrohre, sie fegen die Soda zusammen
und suchen, was noch werthvoller ist, den Salpeter auf, den ihnen die rothblätterige
Vegetation verräth und der üppige Ampfer - (rumex); sie kochen ihn in großen stark
riechenden Erdkesseln aus, auch schälen sie die Rinden der jungen Bäume ab für die
ungarischen Csizmenmacher, und können sogar den „Thaubrei" in Säcke füllen. Wer unter