MAK

Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Böhmen, 1. Abtheilung

132 
« 
Bach, welcher als Hauptquelle angesehen wurde. Von Jareschau an, wo dieser Bach den 
Zufluß des Serowitzer Hochlandes aufnimmt, zieht der Fluß durch ein rechts und 
links von niedrigem Hügelland eingeschlossenes Thal; von Neuhaus an wird die 
Landschaft etwas mannigfaltiger und freundlicher. Ihr Mittelpunkt ist die von einer streb 
samen Bürgerschaft bewohnte Stadt Neuhaus, von den Slaven linäriellüv Hruckoo 
(Heinrichsburg) genannt, weil sie von Heinrich aus dem Hause der Witigonen als neues 
Haus (Burg) und Burgflecken gegründet wurde. Alle Freuden und Leiden des böhmischen 
Volkes hat Neuhaus treu mitgemacht, es ist auch, obschon auf drei Seiten von deutschen 
Ortschaften umgeben, der Sprache seiner Vorfahren treu geblieben. Seit jeher von 
mächtigen Geschlechtern, welche für sein Gedeihen arbeiteten, beherrscht, war es Mittel 
punkt einer ausgebreiteten Herrschaft, welche immer nur vererbt und nie verkauft wurde. 
Ihren Charakter erhält die Stadt durch das alte Schloß und ihre Kirchen. Die schönste 
von ihnen ist die Probsteikirche mit zierlich und gefällig abgeschlossenem Thurmdach, 
obwohl sie in kunsthistorischer Hinsicht der Spitalkirche zu St. Johann nachsteht. Östlich 
von der Stadt liegt der Waigar genannte Teich, welcher durch den Hammerbach gespeist 
wird, nachdem er ein an kleinen hübschen Landschaftsbildern ziemlich reiches Thal zwischen 
Blauen- und Heinrichschlag passirt hat. Westwärts von der Stadt erhebt sich jenseits des 
Flusses ein waldbedeckter steiler Hügel mit der St. Jakobskapelle. 
Von Neuhaus abwärts fließt die Nezarka anfangs durch ein enges, später, von 
Platz an, durch ein breites und nur stellenweise eingeengtes Thal. Am Rande desselben und 
an dem Fuße des Thiergartens Koza steht das im Barockstil erbaute gräflich Cernin'sche 
Schloß Gestüthof, welches im Jahre 1775 an der Stelle des bisherigen Gestüts errichtet 
wurde und als Jagdschloß in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts einen großen Ruf 
erlangte. Seine Umgebung hat einige schöne Punkte, wie den Katzenberg mit herrlicher 
Aussicht, das hübsche Thal des Teiches und seines Abflusses Wydymac und den imposanten 
hohen Stein. Bis zur Mündung fließt die Nezarka durch eine waldreiche Hügellandschaft. 
Die Stadt Weseli, welche in neuerer Zeit als Kreuzungspunkt der Staatsbahn 
oft genannt wird, liegt auf einer Anhöhe, welche bis zur Kirche langsam ansteigt, so daß 
diese die Häusermasse der Stadt hoch überragt. Auf diese Weise gewährt Wesell mit dem 
links und rechts sich ausbreitenden Wiesenlande, seinen Lehnen und dem im Vordergrund 
stehenden Marktflecken Mezimosti ein zwar einfaches, aber immerhin hübsches Landschafts 
bild. Nun fließt die Luznitz in vielfachen Krümmungen zwischen niedrigen Lehnen und 
Waldgehängen bis zur Stadt Sobeslau, welche am rechten Ufer liegt und regelmäßig 
angelegt ist. Hoch über die Häuser der Stadt erhebt sich der Kirchthurm, ein hübsches Denk 
mal des XV. Jahrhunderts. Die nächste Umgebung, aus einem wellenförmigen Hügel 
lande bestehend, ist einförmig. Nordwärts von Plana fließt die Luznic fast in gerader
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.