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Böhmen.
sollte. Von den vier steinernen Flußbrücken zu Regensburg, zu London, zu Prag und zu
Dresden galt die Regensburger als die festeste, die Prager als die längste, die Dresdener
als die schönste. Wenn man aber, mit vollem Recht, bei der Prager Brücke den so reichen
und interessanten Schmuck ihrer Statuen in Anschlag bringt, die ihr, selbst aus der Ferne
gesehen, ein so reizvolles Gepräge aufdrücken, so darf man ihrer Dresdener Rivalin etwa
den Vorzug größerer Zierlichkeit zugestehen, allein den Preis imposant classischer Schönheit
der Prager nicht vorenthalten. Zu den hervorragenden Prager Bauten Karls IV. zählen
Der Hradschin: Ansicht von Osten.
außerdem die Marienkirche am Teyn, die Kirche Emaus (im Slovanoell) und der
gothische Kuppelbau am Karlshofe. Von letzterem geht die Sage, daß der Architekt, als
sich an seinem kühnen Gewölbe ein Sprung zeigte, verzweifelnd den Tod in den Wellen der
Moldau gesucht habe; der Sprung ist bis jetzt zu sehen, aber der herrliche Hallenban besteht
heute noch. Erwähnen wir noch die Gründung der Prager Universität, 1348, der eisten
in Mitteleuropa, und gedenken wir zum Schluß der bedeutungsvollsten aller Schöpfungen
Karls IV. für Prag als Stadt. Denn in weiter Anlage mit breiten Straßen und großen
Plätzen entstand unter seinem Walten die Neustadt ^ dlovö Msto, zu welcher im
Gegensatz die frühere „Größere Stadt' von jetzt an die Altstadt -- Starö mesto genannt
wurde. Gleich dieser wurde die Nene Stadt mit Wall und Graben umgeben - ohne
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