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König und benachrichtigten davon den Papst und die übrigen Gegner Georgs in Mähren
und Schlesien. Nun ging der Krieg los, und zwar gleichzeitig in Böhmen, Mähren und
Schlesien. Breslau war der Herd der leidenschaftlichsten Feindschaft und Empörung.
Solange es aber nicht gelang, gegen den Böhmenkönig einen von den mächtigen
Nachbarfürsten aufzustacheln, konnte man auf große Erfolge nicht rechnen. Die ein
heimischen Gegner waren gegenüber Georg und der großen Mehrheit des Volkes schwach,
zumal nicht einmal alle Katholiken dem Grünberger Bündniß beigetreten waren, weil nach
ihrer öffentlich verkündeten Meinung König Georg der katholischen Religion nie im gering
sten nahetrat. Papst Paul II. bot die böhmische Krone zunächst dem polnischen Kömg
Kazimir an, und als dieser sie ausschlug, dem Kurfürsten von Brandenburg Friedrich und
hernach noch anderen Fürsten. Niemand fühlte das Verlangen zum Kampf mit König Georg.
Endlich, obzwar mit wenig Aufrichtigkeit und Lust, wurde die Krone dem ungarischen
König Matthias angetrageu, welchen gar sehr nach ihr verlangte. Matthias Cortnnus
erklärte gleich darauf (1468, 31. März) dem König Georg den Krieg und fiel „als
Schirmer des katholischen Glaubens gegen die böhmische Ketzerei" mit einem vortrefflichen
und mächtigen Kriegsvolk in Mähren ein. Gleichzeitig zogen die Schlesier und Lausitzer
nach Böhmen bis gegen Tnrnau und der Sohn Zdenko's von Sternberg Johann setzte
sich von Jglau aus in das südliche Böhmen in Bewegung und nahm eine drohende
Stellung gegen die dortigen Anhänger Georgs ein. Trotz alledem blieb in Böhmen die
Macht des ketzerischen Königs im Ganzen ungeschmälert, aber in Schlesien erlitt er fühlbare
Verluste und fast ganz Mähren gerietst unter Matthias' Botmäßigkeit.
Im Januar des Jahres 1469 vollzog der ungarische König seinen Einmarsch nach
Böhmen und gedachte über Leitomischl und Hohenmauth gegen Prag zu gelangen. Anfangs
ging es wohl gut, aber am 27. Februar wurde er bei Wilemov lm Caslauer Krelse
auf einem sehr gefährlichen Terrain und bei grimmiger Kälte durch Georgs Heer derart
umzingelt, daß seine Niederlage fast unzweifelhaft war. Matthias verlegte stch m dieser
schwierigen Situation auf Verhandlungen, welche gegen alle Erwartung und insbesondere
gegen den Willen des Heeres Georgs zum Ziele führten. Der Komg von Böhmen traf
mit seinem Gegner, dem König von Ungarn, in einer elenden Hütte des Dorfes Ouhrov
zusammen, und hier kam es nach vierstündiger Besprechung zu emem Waffenstillstand bis
zum 7. April, wobei zugleich bestimmt wurde, daß unterdessen am 24. März eine Zusammen
kunft zu Olmütz betreffs Friedensverhandlungen mit den päpstlichen Legaten auf Grund
lage der Compactaten gehalten werden sollte, deren Bestätigung zu erwirken Matthias sich
verbindlich machte. Um diesen Preis verzichtete Georg ans einen entscheidenden Sieg,
den er ohne allen Zweifel in Händen hatte. Matthias erhielt bei Wilemov freien Abzug,
so daß er sich ungehindert nach Mähren zurückziehen konnte. Die Verhandlungen in Olinütz