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aufwies, welche vielleicht vor dem Andrang einer neuen arischen Race dahin zurückwich;
die Bevölkerung aller Länder, die sich an dieses Centrum anschlossen, scheint sich viel
mehr mit dieser vermischt zu haben als die entfernterer Länder.
Einer ähnlichen Ansicht ist auch Professor Zuckerkand!, der annimmt, daß neben
der Brachykephalie, welche in den Typus der Deutschen Österreichs die schon mit fremden
Elementen vermischten Slaven brachten, direct auch auf sie der dunkle, stark brachykephale
nichtslavische Stamm in den Alpen wirkte. Den Einfluß eines freniden, nicht arischen
Schlages sieht er am slavischen, namentlich cechischen und slovakischen Schädel in den häufig
engen Orbitaleingängen und in der breiten Nasenapertur, der sogenannten Platyrhinie.
Dadurch ließe sich so Manches erklären, was mit Hilfe der ersten Theorie nicht
erklärt werden konnte. Diese zweite Theorie ist so wie die erste nicht bewiesen, hat auch
ihre schwachen Seiten, namentlich vermissen wir bis jetzt zahlreichere directe Beweise
von der Existenz dieses angenommenen kurzköpfigen Schlages, und daher drängt sich
der Gedanke auf, daß wir es hier vielleicht nicht so sehr mit der Kreuzung zu thun haben
als vielmehr nur mit der Entwickelung auf Grundlage von Einflüssen eines bestimmten
Millieus, bestimmter Lebensbedingungen, — aber im Ganzen erscheint uns bis jetzt diese
zweite Theorie besser begründet zu sein und am besten den Funden und der Erfahrung
zu entsprechen.
Darnach waren die Deutschen und Slaven, so wie sie linguistisch verwandt sind,
anfangs auch physisch eines und desselben Typus oder wenigstens doch eines ähnlichen,
der vielleicht, wie mehrere Forscher dafürhalten, der ganzen sogenannten indoeuropäischen
Race überhaupt gemeinschaftlich war, in verschiedenen Gegenden jedoch und in verschiedenen
Zeiten einerseits durch die Einflüsse eines Millieus, hauptsächlich aber durch
Kreuzung mit anderen Typen sich veränderte. Daher konnte es geschehen, daß die Cechen
schon nach Bojohämum nicht als ein anthropologisch reiner Stamm, sondern als ein gemischter
kamen und in Böhmen dann abermals einer neuen Kreuzung unterlagen. Obgleich
es daher vielleicht ursprünglich keinen Unterschied gab zwischen den Deutschen und Slaven,
so war dennoch schon im X. Jahrhundert ein augenscheinlicher Unterschied zwischen den
blonden Sachsen und anderen Colonisten einer- und der Mehrzahl der dunklen Cechen
anderseits wahrnehmbar. Allmälig schwand dieser Unterschied und die Deutschen Böhmens
haben mit der Zeit ihren Typus jener Form accommodirt, welche, möge sie welchen
Ursprungs immer sein, im Allgemeinen die Bevölkerung von Centralenropa charakterisirt.
Abgesehen von diesen beiden körperlichen Eigenthümlichkeiten der Bevölkerung
Böhmens, nämlich der Schädelbildung und der Complexion, ist sonst beinahe nichts
erforscht in anthropologischer Hinsicht, ja es ist nicht einmal das Material gesammelt.
Von den anderen Körperpartien hat einmal der unermüdliche Dr. Weißbach einige