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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Böhmen, 1. Abtheilung

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XVI.  Jahrhundert,  aus  dem  italienischen  .ln^oletto".  In  böhmischen  Gegenden  am  Fuße
des  Riesengebirges  hat  sich  auch  noch  die  „ünIUa"  erhalten,  wenn  auch  nicht  in  ihrer
ursprünglichen  Gestalt,  indem  sie  nunmehr  ein  großes
Tuch  bedeutet,  in  das  jetzt  wie  einst  in  die  Kapuze
der  Kopf  eingehüllt  wird.  Im  östlichen  Böhmen
tragen  noch  heutzutage  die  Bauernweiber  große
gefaltete  Kragen  an  den  Hemden,  die  an  die  Halskrause ­
  (okrnm)  längst  vergangener  Jahrhunderte
erinnern,  und  noch  heutzutage  kommt  hier  und  da  der
alterthümliche  Namen  »oLiällZ  der  ans  den  Aufzeichnungen ­
  des  XV.  Jahrhunderts  bekannt  ist,  vor.
Kränze  aus  Metallblech,  die  einst  adelige  und  reiche
bürgerliche  Damen  trugen,  waren  noch  bis  in  die
jüngste  Zeit  bei  den  bäuerlichen  Bräuten  beliebt,  und
mit  Puder,  eigentlich  mit  Mehl,  bestreuten  die
Mädchen  im  nordöstlichen  Böhmen  den  srisirten
Kopf,  wenn  sie  Kranzeljungfern  waren,  noch  in  den
Dreißiger-Jahren  dieses  Jahrhunderts.
Der  mirthschaftliche  Fortschritt,  dann  der  Umstand, ­
  daß  man  Stoffe  und  Kleid  zu  Hause  zu  erzeugen
anfhörte,  besonders  aber  eine  vervollkommte  Commnnication,
  durch  welche  einst  abgeschiedene  Gegenden
init  anderen  in  freie  Berührung  kamen,  nicht  weniger
der  Aufschwung  der  Industrie,  besonders  aber  das
Fabrikswesen  und  der  Handel,  hatten  zur  Folge,  daß
das  böhmische  Volk  auffallend  schnell  seine  eigentümlichen ­
  Trachten,  die  es  namentlich  aus  dem
vorigen  Jahrhundert  gerettet  hatte,  abzulegen  begann.
In  manchen  Gegenden  ging  dieser  Wechsel  in  den
Fünfziger-Jahren  vor  sich,  in  anderen,  namentlich
im  Gebirge,  etwas  später.  Vor  dieser  Zeit  hatten  alle
Ein  alter  Chode.  .
böhmischen  Gegenden  ihre  Tracht,  wie  man  aus  den
bäuerlichen  Hochzeiten,  die  in  Volkstrachten  bei  der  Krönung  Ferdinands  V.  zum

König  im  Jahre  1836  abgehalten  wurden,  ersehen  konnte.
Heutzutage  geht  der  Landmann  meist  nur  mehr  städtisch  gekleidet  einher,  freilich
nach  dem  Schnitt  seines  Dorfschneiders,  obgleich  es  auch  Dörfer  in  reichen  Gegenden  gibt,
            
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