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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Böhmen, 1. Abtheilung

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bilden  die  Verzierungen  des  Schildes  auf  dem  Wohngebäude  und  auch  aus  dem  Schüttkasten, ­
  dem  ehemaligen  Schutzgebäude  (orub),  das  sich  von  dem  Hauptgebäude  durch  seine
schlanke  Form  unterscheidet,  indem  es  in  der  Front  schmäler  und  zumeist  auch  höher  ist.  Ein
Vordach  pflegt  bei  den  gemauerten  Gebäuden  nicht  vorhanden  zu  sein  und  statt  der  Klappe
oder  statt  des  Denkbrettes  pflegt  man  direct  im  Schilde  eine  Steinplatte  mit  eingegrabener
und  vergoldeter  Inschrift,  die  uns  verkündet,  welche  Eheleute  und  wann  sie  den  Bauernhof ­
  gebaut  haben,  anzubringen.
Und  nun  treten  wir  über  die  Terrasse  (Gräthe)  in  das  Haus.  Die  Vorhausthür
ist  entweder  ein  Ganzes  oder  besteht  aus  zwei  freien  Theilen,  von  denen  die  untere
„druirüa"  (das  Gitter)  auch  untertags  mit  einem  Haken  oder  einer  Schlinge  geschlossen
ist,  damit  das  Federvieh  vom  Hofe  aus  nicht  in  das  Vorhaus  gelangen  kann.  An  der
Vorhausschwelle  hat  man  hier  und  da  kleine  Hufeisen  angenagelt,  um  die  Schwelle
gegen  Hexen  und  Truden  zu  schützen  oder  auch  „damit  nicht  aus  dem  Hause  das  Glück
entweiche".
Aus  dem  Vorhause  (siir,  ckünr  bei  Taus)  führt  eine  hölzerne  Stiege  auf  den  Boden
(püäa,  poirobi,  llüra),  wo  Dreschflegel,  Sicheln,  Spinnräder  (diese  hinter  dem  Rauchfang)
ausbewahrt  und  auch  Heu  und  Stroh  untergebracht  werden.  Über  dem  Boden  pflegt  noch
eine  Scheidewand  zu  sein,  wie  in  der  Scheune  (llanrbotüa),  welche,  wenn  der  Boden  gut
gedeckt  ist,  auch  als  Schüttboden  dient  und  „poäläLüu"  genannt  wird.  In  alten  Gebäuden
pflegt  mau  auf  dem  Boden  ein  Versteck  zu  haben,  wie  es  noch  zur  Zeit  der  preußischen
Kriege  im  vorigen  Jahrhundert  nothwendig  war.  Zwei  oder  drei  Walzen,  die  man  heben
kann,  verdecken  seine  Öffnung.
Aus  dem  Vorhause  kommt  man  in  die  Küche  der  Vorhausthür  gegenüber.  In  der
Küche,  die  ursprünglich  „schwarz"  war,  ist  die  Öffnung  des  Backofens;  hier  hat  man  auch
daneben  im  Ofen  geheizt,  in  seiner  Feuerstätte  prsü  oder  nistös  genannt,  hier  ist  auch
gerade  unter  dem  Rauchfang  der  alterthümliche  Herd  oder  die  neuere  Platte  (Sparherd)
zum  Kochen  im  Sommer.  Hier  und  da  hat  man  sich  diese  schwarze  Küche  wohnlicher  wie
einStübchen  ausgestattet,  und  diese  heißt  dann  wälscheKüche  (Zporovairä,  vlasüü  üricll^ne).
Im  Vorhause  ist  auch  die  Klappenthür,  welche  den  Eingang  zum  Keller  deckt  (Zooll"  oder
Zünm").  In  manchen  Gegenden,  wie  bei  Taus,  befindet  sich  diese  Thür  und  dieser
Eingang  in  der  Kammer.
Aus  dem  Vorhause  kommen  wir  durch  eine  Thür,  die  dem  in  das  Vorhaus
Eintretenden  zur  Rechten  sich  befindet  und  auf  welcher  die  Anfangsbuchstaben  der  heiligen
drei  Könige  uns  entgegen  schimmern,  in  die  Stube  (svötniea,  ssänieo,  ssünies,  oeims).
In  hölzernen  Gebäuden  sind  entweder  ihre  Wände  weiß  gestrichen  oder  nur  die  Zwischenräume ­
  zwischen  den  Balken,  welche  man  ab  und  zu,  wie  zum  Beispiel  bei  Jicin  auch
            
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