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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Böhmen, 1. Abtheilung

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sie dann die drei Freudensprünge der Ostersonne sehen. An der sächsischen Grenze, auch 
an der Nieder-Elbe (Aussig, Leitmeritz u. s. w.) geschah das Osterreiten einst in ganzen 
Trupps mit besonderer Feierlichkeit unter Trompetenklang mit dreimaligem Umritt um die 
Kirche. In Reichenberg zogen früher ebenfalls die „Saatreiter" unter Gesang und Musik 
ins Feld; später setzten die sogenannten „Saatgänger" zu Fuß den alten Brauch fort. 
In neuerer Zeit haben sie sich in einen Humanitätsverein umgewandelt. Die Ostersesttage 
selbst wurden allenthalben durch das Osterfreudenschießen gefeiert und am Ostermontag 
sodann wieder mit dem Freudengang der Jugend, dem Osterpeitschen (Egergebiet), 
„Osterpritschen", „Eierpritschen" (Teplitz und Hinterland), „Schmeckostern" (Ostböhmen, 
Riesengebirge) abgeschlossen. Mit langen, womöglich goldgelben, bändergeschmückten 
Weidenruthen („Osterpritschen" im Erzgebirge, „Strembeln" im Riesengebirge) und dem 
weißen Tragtüchlein ausgerüstet, zieht die Schuljugend, die sich in der Charwoche durch 
das Osterschnarren (Ratschen) um die Kirchengemeinde verdient gemacht hat, von Hof zu 
Hof, zu Verwandten und Bekannten und sagt an der Mittel-Eger den Spruch: „Hollah, 
Hollah, guten Morgen um ein roths Ei, wanns Hühnl net glegt hott, gett mers mit 
zommst'n Ei" oder: „Rothe Eier raus, ich peitsch de Madln aus!" 
Bürgerhäuser mit Holzlauben in Reichenberg.
	        
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