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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Böhmen, 1. Abtheilung

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Sternberg oder im Kleinen die Jonsbächer Haide, aber durch die Bäche und Wasser 
adern sind tiefe Gründe eingerissen worden, die sich selbst zu Thälern und unregelmäßigen 
Thalkesseln erweitert haben. Die Thalränder sind mehr oder weniger felsig und zeigen 
uns oft die bizarrsten Formen, die der verwitternde, zerbröckelnde, auf allen Seiten von 
Luft und Wasser benagte Fels anzunehmen vermochte. Noch steiler, schroffer und grotesker 
sind die Leiten und Gehänge in jenen Gründen, in welchen sie von keinerlei Seitenzuflüssen 
benagt und zerklüftet wurden, so daß sich die Wände fast senkrecht zu Seiten der schmalen 
Thalsohle erheben, wie es im Kamnitzthal oberhalb und unterhalb der Grundmühle, 
besonders aber in der Edmundsklamm, jedoch auch anderwärts im Gebiete beobachtet 
werden kann. 
Über die Ebenheiten ragen noch vulkanische Bergkegel, wodurch die Landschaft, die 
ohnehin sehr reich an merkwürdigen Höckern, Leisten, Löchern, Furchen, Höhlungen, 
Sturzfelsen, sowie an phantastischen Gebilden aller Art genannt werden muß, an Natur 
reiz noch viel gewinnt. Solche Kegel und Erhebungen sind der Hutenberg (467 Meter), 
der Nottenberg (479 Meter), der Arnsberg (424 Meter). Bedeutender ist, wenn wir vom 
bereits erwähnten Kaltenberg (731 Meter) absehen, durch Gestalt und Lage der Rosen 
berg (616 Meter), welcher sich auf der breiten, fast eine Quadratmeile sich ausdehnenden 
Binsdorfer Platte noch über dritthalbhundert Meter majestätisch erhebt. Natur und Sage 
haben diesen Berg verherrlicht, die Götter sollen ihn bewohnt haben, Schriftsteller und 
Dichter — unter ihnen Th. Körner — haben ihn fast verklärt. 
Durch den ziemlich wilden Kamnitzbach, der unfern des Waldsteinteiches bei 
Falkenau seinen Ursprung hat und bei Herrnskretschen in die Elbe fällt, in deren hellerer 
Flut sein dunkles Gewässer zu Zeiten eine Art Platanenblatt zu bilden scheint, zerfällt das 
Sandsteinland in zwei Hälften. Links des Kamnitzbaches zieht sich bis hart an die Elbe ein 
fast ununterbrochenes Hochland, außer vom Rosenberge nur hier und da von flachen oder 
unbedeutenden Hügeln überragt, unter denen der Heinhübel, der Rosendorfer Hutberg, 
der Poppenberg und vielleicht auch der Rechenberg und der Vogelberg zu nennen sind. 
Über der Elbe erhebt sich die steile und an schönen Aussichtspunkten reiche Elbekante 
zu einer Höhe von 292 Meter (Leopoldshöhe) bis 430 Meter (Rosenkamm). In diesem 
Hochlande haben nur unbedeutende Wässerchen sich Bahn gebrochen, so der Goldbach, 
welcher sein Wasser aus dem Ohlischer Teiche durch das romantische Goldbachthal nach 
Jonsbach führt, dann der Laubebach, dessen Quelle die Tetschner Wasserleitung speist, 
und die Dürrkamnitz, an welcher einst eine bei den Naturfreunden sehr beliebte Mühle 
klapperte. 
Viel reicher gegliedert ist das Sandsteinland am rechten Ufer des Kamnitzbachs. 
Vier Gewässer streben hier dem Kamnitzbach zu, nämlich der Weißbach, der Kreibitzbach,
	        
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