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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Böhmen, 1. Abtheilung

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„Ba mein Diarnci ihr'n Fensta 
Scheint neamals käa' Sunn, 
Äwa drinn in ihr'n Stübei 
Js 's so hübsch und so fei', 
Geht käa' Landsträßn vüar, 
Nea' r a Steigei in d' Krumm; 
Daß 's mi' ziemt, i möcht all' bei', 
Ja, ällabei drinn sei'." 
Von Winterberg bis Hartmanitz hat die Mundart neben niederbaierischen Elementen 
(ui für eu, hr für r im Anlaut) auch schon solche ausgenommen, die das Nordgauische 
dies- und jenseits des Waldes vorschiebt; die Mundart dieser Strecke bildet darnach den 
Übergang zu letzterem Dialect. Dort herum begrüßt man sich zu Neujahr: 
Und an schein Man' danöbni 
Und a hrächts Wei danöbm 
„Brüadrl, nuis Gohr, nnis Gohr! 
's Christkindl liegt im g'röß'tn Hör. 
Longs Löbm, longs Löbm 
Und an Beidl vul Gold danöbm 
Und hübsch vül Schlag danöbm 
Und all ma' Liab danöbm!" 
Von Hartmanitz ist nicht sehr weit nach Eisenstein; hier tritt uns eine andere 
Mundart entgegen, die in einen neuen, den vierten Dialect Deutschböhmens, in das 
Nordgauische (Ostfränkische) überführt. 
Das Nordgauische ist ein breiter, schwerer, vokalreicher und weicher Dialect, der 
vor Allem die Dehnung betonter Silben weit über das Maß des Schriftdeutschen hinaus 
liebt, aber zum Gegengewicht unbetonte Worte und Silben vernachlässigt und unter 
schlügt. Das n und r des Wortschlusses wird fast immer in einen dumpfen, gleichsam 
nur halb gesprochenen vocalischen Laut aufgelöst. Bezeichnend ist die Vertretung aller- 
alten Längen und Diphthonge durch Zweilaute: äu, äi; äi; ei oder öi; ou für lange 
a und o, ä und e, für alte ei, ie und üe, uo. Durch Wegwerfen des tonlosen e in allen 
Bildungssilben gewinnt der Dialect viel schwere Silben (er ist die Sprache des hart 
arbeitenden Landmanns) und bewegt sich — im Sinne eines früher gebrauchten 
Bildes — mehr im spondäischen Schritt. So singt der Bursche des Egerlandes, wo der 
Kern dieses Dialects zu suchen ist, im langgezogenen Tone das Nationallied seiner 
Heimat, den „schmol'n RäO": „Gäih i üwa r an schmol'n RäO" (vergleiche Seite 555). 
Die Egerländer BLundarl wird vielleicht am häufigsten unter allen anderen deutsch 
böhmischen für volksthümliches Schriftthum verwendet. Am besten erfaßte Wort und Art 
des Egerlandes der Egerer Volksdichter Dr. I. I. Lorenz (1807 bis 1860); in neuerer 
Zeit veröffentlichte Clemens Graf Zedtwitz-Liebenstein (1814 geboren) mehrere 
Bändchen Gedichte in dieser Mundart. 
Im Allgemeinen herrscht diese Form des Dialects nur im oberen Egerthal bis 
unter Elbogen. Südöstlich und südlich davon finden sich Mundarten, die sich durch die 
Behandlung der Selbstlaute vor Nasalen und vor verbundenem r wenig unterscheiden.
	        
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