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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Böhmen, 1. Abtheilung

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Schon  von  Sandan  an  werden  da  die  Egerländer  Laute  etwas  dumpfer  gesprochen:
man  Hort  nicht  mehr  äi",  äa"  und  ea",  sondern  schon  ui",  na'  und  ia".  Egerländischem
„ah  da  Mäa"  wäint,  seahnt  a  si  näu  dahäam"  —  antwortet  um  Tepl,  Mies,  Staab
und  Bischofteinitz  ein:  „Da  Mua"  wuint,  siahnt  a  si'  nän  dahuam."  Von  Plan  hinab
bis  Hostau  werden  die  egerländischen  „Gearschtn,  Hearz"  zu  „Garschtn  und  Harz".  Von
Tepl  bis  Neumarkt  herrschen  die  ür  für  ir  und  ür  —  dort  gibts  nur  „dürr  Bürkn"
(dürre  Birken),  aber  neben  ar  für  or  doch  noch  mehr  or,  wie  dies  auch  von  Tuschkau  bis
Staab  und  Bischofteinitz  vorkommt.  Dagegen  „sargt"  das  Banernweib  von  Plan  über
Pfranmberg  und  hinunter,  wo  sie  „margn  an  Karr"  (Korb)  hernimmt,  während  ihre
Nachbarin  von  Sandan  bis  Karlsbad  sich  für  „murgn  üm  aran  Kuar'  snrgt".  Aus
diesen  Gruppen  heben  sich  einzelne  Mundarten  noch  besonders  von  den  nächsten  ab.  Die
von  Tachau  Stadt  schwebt  in  den  hohen  Lauten  an  und  ei  (sonst  an,  on  und  äi);  dem
Tachauer  Burschen  wird  gerathen:
„Hans'lbau',  Hans'lbau',
Nimm  die  scheü  Eifa!  (Eva)
Haut  sie  hauch  Stöcklschau
U"  rauda  Reisla.
Brich  sie  o,  brich  sie  o',
Steck  s'  margn  a'm  Hand."
Die  Mundart  von  Ronsperg  kennt  kein  äa"  vor  Nasalen,  nur  o":  Most  davo",  Bo"
—  sonst  allgemein  Moa",  davon",  Boa".  Die  der  Chotieschauer  Herrschaft  erweicht  d
(schriftdeutsches  d  und  t)  zwischen  langem  und  kurzem  Vocal  zu  r  (eine  Erscheinung,  die
uns  schon  im  Obersächsischeu  begegnete).  Der  Littitzer  Bursche  singt  also  z.  B.:
„Bat  gros  i'  a'm  Äcka,
Bäl  Wiera  (wieder)  a'm  Ruih
Bat  how  i  a  Mäidrl,
Bäl  bin  i  alui".
Wos  hülst  mia'  ma"  Gros'n,
Wenn  d'  Sich!  necks  schneid't  —
Wos  hülst  mia  r  a  Mäidrl,
Wenn  's  nea't  ba  mia  bleitt?"
Die  Ascher  Mundart  kennzeichnen  breite  ä  für  e:  lübm,  Lüda  u.  s.  w.  (Leben,
Leder).
Im  Gebiete  dieses  Mundartenkreises  erscheinen  zwei  Sprachinseln,  in  welche  durch
Bergleute  vom  Erzgebirge  obersächsische  Sprache  mitgebracht  wurde,  deren  Spuren
            
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