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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Böhmen, 1. Abtheilung

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abgeplattet, nur einige endigen in klippigen Felsengraten. Die Thäler sind in der Regel 
sehr eng und ihre Sohle oft nicht breiter als das Bachgerinne, über dem die Gehänge als 
steil ansteigende Flächen bis zum Bergrücken sich emporziehen. Nur in der Nähe des 
Hauptrückens führen die Oberthäler fast durchaus felsige Thalgehänge mit ungeheuren 
Blöcken und Felsbänken oder starren Felswänden, zwischen denen sich, wie im Riesen 
grunde, die Thäler in tiefe Schluchten und Gründe verzweigen. Doch nur die Gipfel 
des Hauptkamms, der gratartige Ziegenrücken und einige sehr steile Steinlehnen sind 
nackt und pflanzenleer, so daß sie mit den felsigen Oberthälern an die gigantischen Formen 
Stadt und Stift Braunau. 
der Alpennatur erinnern. Sonst sind Rücken wie Gehänge zumeist mit üppiger Vegetation 
bedeckt und überall stürzen Wasserfäden zu Thal. Bis 400 Meter findet man eine Fülle 
von Eichen und Buchen, bis 800 Meter dichte Wälder von Fichten und Föhren. Höher 
hinauf aber hört der Wald auf und es gibt nur Gebüsche von Knieholz, welche in der 
Ferne wie Moospolster aussehen, in der Nähe jedoch geknickte Zweige und zerzauste 
Gipfel zeigen. Auch wird der Boden des Hochgebirges großentheils als Wiesengrund und 
Hutweide benützt. Weithin tönt das Glockengeläuts der weidenden Heerden, an den 
Thüringerwald oder an die Alpen erinnernd. Auch tragen die abgehärteten Gebirgs 
bewohner mächtige Bürden Berghen weithin auf den steilen Wegen. Die Viehzucht ist 
demnach in den Hochlagen vorherrschend. Der Gebirgs- oder Koppenkäse ist schon seit 
alten Zeiten gut berufen. Die Bauden, wie die Gehöfte heißen, sind an den Lehnen und
	        
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