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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Böhmen, 2. Abtheilung

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Eine besonders bedeutende Gruppe Hut die Belletristik in der historischen Er 
zählung. Die Vorliebe, welche für diese Gattung Thls und Chocholonseks Arbeiten 
zu erhalten wußten, fachten am Ende der Sechziger-Jahre Gottlieb Janda (l831 bis 
1875) und Wenzel Vlcek von neuem an; seitdem steigert sich das Interesse immer mehr, 
hauptsächlich durch die Thätigkeit des Wenzel Bcnes Treblzsky (1849 bis 1884) und 
Alois Jiräsek (geboren 1851), die in unseren Tagen der Production zu einem nie 
dagewesenen Ruhme verhalfen. Der erstere, Kaplan auf einer bescheidenen Landpfarre, 
wirkte vorzüglich durch ungewöhnlich tiefes Gefühl und patriotische Begeisterung; der 
letztere ragt durch künstlerische Conccption, den Reichthum seiner Handlung, ein zutreffendes 
Colorit und fesselnde Schilderung hervor. 
Es kann nicht die Aufgabe einer kurzen Skizze sein, ausführlich die übrigen 
angeseheneren Namen der Poeten und Belletristen anfzuzählen, nur soviel sei gesagt, daß 
ihre Menge eine sehr bedeutende ist; sie zeugt von der in jeder Hinsicht glänzenden Ent 
faltung der schönen Literatur in der neuesten Zeit. Auch sind große Prachtpublikationen 
keine Seltenheit mehr. 
Auf wissenschaftlichem Gebiete erfreut sich nach dem Tode Franz Palackys 
des größten Ruhmes unter den Böhmen Wenzel Bladivoj Tomek (geboren 1818), 
ehemals Professor der österreichischen Geschichte und der erste Reetor der böhmischen 
Universität, ein Historiker ersten Ranges, der schon mehr als ein halbes Jahrhundert 
unermüdlich thätig ist. Um ihn und neben ihm grnppirt sich eine große Schaar von Gelehrten, 
welche, wie Rybicka, Rauda, Joseph, Hermenegild und Konstantin Jirecek, Emler, Tieftrnnk, 
Borovh, Brandt, Kalonsek, Winter, Sedläcek, Dvorsky, Nezek, Gvll, Hattala, Gebauer, 
Bartos, Kott, Kwtcala, Dnrdlk, Ladislav und Jaromtr Celakovsky, Adalbert Safarlk, 
Krejcl, Koristka, Studnicka, Eduard und Emil Wehr, Solln, Frie, Albert, Eiselt u. A., ihr 
Leben der strengen Forschung auf mannigfachen Gebieten widmen. 
Schon eine Reihe von Jahren erklingt frei das böhmische Wort an der technischen 
Hochschule und seit kurzem auch in den Hallen der altehrwürdigen Karl Ferdinands- 
Universität; eine wirksame Unterstützung bei Forschungen gewähren Institute und gelehrte 
Vereine, unter ihnen besonders die verdiente königl. böhmische Gesellschaft der Wissen 
schaften und die stets prosperirende Nntieo öeskä; an zahlreichen Gymnasien, Real- 
und Fachschulen wird die wissenschaftliche Bewegung rege erhalten. Vor unseren Augen 
erhebt sich ein prächtiger Tempel der Aufklärung, au dem schon seit Jnngmanns Zeiten 
fleißige Hände ohne Rast arbeiten: zu seiner glücklichen Vollendung wird gewiß im höchsten 
Maße das großartige Institut, das erst jüngst begründet und von dem erhabenen Namen 
Seiner Majestät umstrahlt ist, beitragen; es ist dies die böhmische Kaiser Franz 
Joseph-Akademie der Wissenschaften, Literatur und Kunst in Prag.
	        
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