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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Böhmen, 2. Abtheilung

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gemäß mit voller Sicherheit eingereiht werden kann. Wie jeder Baustil hat auch die 
romanische Baukunst ihre einfach strenge Frühepoche, welche in Böhmen mit dem 
XI. Jahrhundert schließt, und ihre Blütezeit, welche die ersten drei Viertel des 
X II. Jahrhunderts umfaßt. Vor dem Verfall dagegen ist die romanische Baukunst verschont 
geblieben durch das Erscheinen eines neuen Stils, dessen theilweise Verwendung und 
Vermischung mit dem bestehenden Bausystem in Böhmen den sogenannten Übergangsstil 
ins Leben rief. 
Der Vater der böhmischen Geschichtsforschung, Cosmas (geboren 1045, gestorben 
den 21. October 1125), war daran, einen Bericht über die ältesten Kirchengründungen in 
seine Chronik aufzunehmen; da aber schon andere Schriften hierüber ausreichende Auskunft 
gaben, als das „Privilegium der mährischen Kirche", der sogenannte Epilog der Länder 
Mähren und Böhmen, und das Leben des heiligen Venceslav, so begnügte er sich auf diese 
Quellen hinzuweisen. Von diesen Quellen ist nur die erste unbekannt, während die zweite 
und dritte in böhmischer Übersetzung aus dem XIV. Jahrhundert als „Leben der Heiligen 
Cyrillus, Methodius und der heiligen Ludmila" und als „Leben des heiligen Venceslav" 
vorliegen. Auch die Dalemil'sche Chronik aus dem zweiten Decennium des XIV. Jahr 
hunderts hat diese Quellen gekannt und bezeichnet als die ersten, von Borivoj gegründeten 
Kirchen jene des heiligen Clemens auf der nicht weit von Prag am linken Moldau-Ufer 
gelegenen kleinen Burg Levy Hradec und die der Muttergottes auf der Prager Burg. 
St. Clemenskirchen gab es in Böhmen seit altersher mehrere: auf der Burg Leitomischl, 
auf der Burg Hradec (Königgrätz), in Dobrenitz, Sadska, auf der Burg Vysehrad, unter 
halb der Burg Prag am sogenannten Opys, in der Burg Alt-Bunzlau, in Mirovitz, 
ans der Burg Prachen und in fünf Dörfern nordwärts von Prag. 
Das erste Gotteshaus Böhmens ist sonach die St. Clemenskirche in Levy Hradec. 
Dem Beispiel des Vaters folgte sein Sohn Spytihnev, der auf der Burg Budec eine dem 
heiligen Petrus geweihte Kirche errichtete. Von dem heiligen Wenzel erzählt die altslavische 
Legende, er habe Kirchen in allen Burgen erbaut; namentlich sind aber nur zwei angeführt, 
die Kirche der Heiligen Cosmas und Damian auf der Burg Boleslav (Alt-Bunzlau) und 
die St. Veitskirche auf der Prager Burg. Die Burg Libitz, der Geburtsort des heiligen 
Adalbert, zählte zwei Kirchen, eine Marien- und eine dem heiligen Georg geweihte Kirche. 
Als Bischof consecrirte Adalbert die St. Johanneskirche auf der Burg Vysehrad. 
Im Jahre 1004 wird die Kirche auf der Burg Saaz (Zatec) erwähnt. — Außer den 
genannten Burgkirchen werden in den Geschichtsquellen einige Gotteshäuser besonders 
als Votivkirchen angeführt. So gründeten die Herzoge Jaromir (1004 bis 1012) und 
Udalrich (Oldrich 1012 bis 1033) ans Dankbarkeit für ihre Errettung aus Lebensgefahr 
zwei dem heiligen Johannes dem Täufer geweihte Kirchen, jener auf dem Berge Veliz,
	        
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