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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Böhmen, 2. Abtheilung

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Der  daran  anstoßende  viereckige  saalartige  Raum,  welcher  als  Sacristei  dient  und
dessen  Wölbung  auf  einem  achteckigen  Pfeiler  ruht,  scheint  gleich  der  aufgelassenen,
höchst  edel  durchgebildeten  Margarethakapelle  ein  Überrest  der  alten  Klosteranlage  zu  sein.
Die  Ausführung  verräth  trotz  späterer  Entstellungen  und  Veränderungen  überall  hohe
Sorgfalt.
Heute  zu  sächsischem  Gebiete  gehörend,  bietet  die  nun  in  Ruinen  liegende  Cölestinerkirche
  auf  dem  Oybin  noch  Simsreste,  Strebepfeiler  mit  angeblendeten  Verzierungen  und
Maßwerkdetails,  die  sich  dem  Formencanon  der  durch  Peter  Parler  in  Böhmen  herrschend
gewordenen  Gothik  nähern.  Die  Zierlichkeit  der  Bearbeitung  gemahnt  an  die  Sluper
Servitenanlage.  Die  Paulanerniederlassung  in  Heuraffl,  welche  1384  nur  aus  sechs  Zellen
neben  einer  Kapelle  bestand,  verlor  bei  dem  seit  1522  betriebenen  Neubau  ihren  ursprünglichen ­
  Charakter.  Von  der  wegen  ihrer  soliden  Bauart  bewunderten  Dachauer  Carmeliterkirche,
  deren  Reste  noch  1846  die  gleiche  Anlage  wie  bei  der  Prager  Maria-Schneekirche,
wenn  auch  in  bescheidenerem  Maßstabe,  und  Übereinstimmung  der  Wölbungsart  und
Fensterbildung  erkennen  ließen,  ist  nichts  mehr  erhalten.  Bedauernswerth  bleibt  besonders
auch  der  vollständige  Verlust  der  aus  dieser  Periode  stammenden  Karthäuserklöster,  deren
den  Ordenssatzungen  entsprechende  Anlagen  zweifellos  einige  neue  Züge  vermittelt  haben.
Die  Budweiser  Dominicaner  bauten  an  ihrem  heute  arg  verwahrlosten  Kreuzgange,
dessen  Vollendung  der  ausgesprochenen  Spätgothik  Vorbehalten  blieb,  weiter.  Die  verschiedenen ­
  Zweige  des  Franciscanerordens  bewegten  sich  in  den  alten  Bahnen.
Das  Hauptordenshans  für  Böhmen,  die  Minoritenniederlassung  zu  St.  Jakob  in
Prag,  erhielt  1374  eine  sehr  geräumige,  dem  Basilicatypus  treubleibende  Kirche,  deren
Schiffe  gleich  dem  ungemein  hohen,  langgestreckten  Presbyterium  die  alte  Eintheilung
genau  feststellen  lassen;  doch  bietet  der  schon  unter  König  Johann  begonnene  Bau  heute
sonst  nichts  Charakteristisches.  Die  gegenüber  anderen  Minoritenkirchen  des  Landes
beachtenswerthe  Regelmäßigkeit  der  Anordnung  und  eine  gewisse  Großartigkeit  des  Aufbaues ­
  deuten  darauf  hin,  daß  das  Jakobskloster  Wohl  überhaupt  eine  hervorragende
Minoritenanlage  war,  deren  mehrmals  genanntes  prächtiges  Refectorium  gern  zur
Abhaltung  größerer  Festlichkeiten  verwendet  wurde.  Auch  hier  zog  sich  die  Fertigstellung
des  Kreuzganges,  dessen  nördlicher  Flügel  noch  einige  wenige  Capitäle  aus  den  Tagen
König  Johanns  enthält,  durch  Jahrzehnte  hinaus.  Ebenso  war  es  bei  dem  Kreuzgange
der  Neuhauser  Minoriten,  welche  1369  mit  den  Steinmetzmeistern  Nikolaus  und
Andreas  übereinkamen,  daß  dafür  der  eben  im  Baue  befindliche  Wittingauer  zum  Vorbild
genommen  würde.  Die  in  allen  Flügeln  gleichmäßig  schöne  Disposition  des  letzteren  wurde
jedoch  nicht  erreicht,  sondern  schon  dadurch  beeinträchtigt,  daß  man  das  linke  Seitenschiff
der  Kirche  in  den  Bau  einbezog.  Auch  hier  ging,  wie  der  Bauvertrag  ausdrücklich  betont,
            
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