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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Böhmen, 2. Abtheilung

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ein Matthias Jahodka, Jakob Vvjlech, ein Pole (Polak) Sparga nnd Andere zngezogen 
wtirden. Wohlinuth und Tyrol überwachen die Vollendung des Werkes, welches Erzherzog 
Ferdinand „erdacht und circulirt, mit seiner tuyren rechten haut". 
Während seines langjährigen Aufenthaltes in Böhmen (1547 bis 1507) ist Erzherzog 
Ferdinand die Seele aller künstlerischen Unternehmungen, an welchen das Herrscherhaus 
oder das Land betheiligt war. Er nimmt die Entwürfe der Architekten nnd Maler entgegen, 
referirt unverdrossen an seinen Vater über den Stand und Gang der Dinge, trägt um 
die administrativen Angelegenheiten Sorge und schlichtet die nicht seltenen Streitigkeiten 
der Künstler. Der Bau des Lusthauses in, Schloßgarten wird unter seiner Aussicht 
Detail aus dem plastische» Schmuck des Schlosses Stern. 
weitergeführt und auch bei den zahlreichen Erweiterungsbauten im königlichen Schlosse, 
welche nach dem mit dem Tode Ludwig des Jagellonen eingetretenen Stillstand wieder 
in Angriff genommen wurden, ruht die oberste Leitung in seinen Händen. 
Als nach dem verheerenden Brande des Jahres 1541 nothgedrnngen zur Errichtung 
neuer Bauten geschritten wurde, erscheint mit der Bauleitung Bvnifacms Wohlinuth 
betraut. Bei dem Bau der an den Wladislaw'schen Saal anstoßenden Landrechtsstube 
knüpft Wohlinuth an die traditionelle Bauweise des Meisters Benedict an. Er schuf einen 
noch vollständig gothisch construirten Raum, die Principien der Spätgothik sind hier sogar 
aufs Äußerste getrieben, indem die wuchtigen Rippen des Netzgewölbes von demselben 
frei abstehen nnd stellenweise nur als Decorativn dienen. Doch bedient sich Wohlinuth 
bei den Wandkonsolen, an welchen die Rippen lagern, ausgesprochener Renaissanceformen, 
welche den Zwiespalt seiner künstlerischen Natur kein,zeichneil. Mit Wohlgefallen referirt 
Böhmen.
	        
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