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aus Bruchsteinen und Erde aufgeworfenen Wall und Graben umschlossen wird. Während
hier das innerhalb der Umwallung befindliche Wohngebäude von Holz aufgeführt war,
erscheinen auf dem im Jahre 1263 erwähnten Norm oder Onslruiri v^rislai (Berg
Hradec oder Hrady bei Vagau, auf der Generalstabskarte irrthümlich Vrata) Mauerrcste
aus lose aneinander gereihten, aber behauenen Steinen. Auf dem im XVI. Jahrhundert
Alt-Riesenberg benannten Berge PrikoPY (bei Neugedein) bemerkt man schon den Übergang
von den eben geschilderten zu den späteren Burgen, indem hier die Vorburg von der Hoch
burg getrennt ist und letztere von einem dreifachen steilen Steinwall umschlossen ist.
Obgleich der Jnnenraum nur ein kleines hölzernes Gebäude fassen konnte, wollte man
doch diese Stätte zu einem husitischen Lager stempeln. Es sei hier auch die interessante
Burgruine am Berge Tremsln (bei Rozmital) erwähnt. Hier findet man ein ganzes
System von eingegangenen Steinwällen mit einer etwas tiefer gelegenen Umwallung des
Brunnens und in die alten Steinwälle wurde mit theilweiser Benützung derselben als
Unterlage für Holzbau das Mauerwerk einer späteren Burg hineingebant. Die im
XVI. Jahrhundert benannte Veste Hrochüv-Hrädek (heute Hrad bei Gutwasser, Umgebung
von Breznitz) ist auch in die Ecke einer älteren Umwallnng hineingebaut.
Die Regierungszeit Wenzels I. (1230 bis 1253) bedeutete in dem socialen Leben der
damaligen Zeit einen gewaltigen Umschwung. Mit aller Kraft machten sich westliche Ein
flüsse geltend, welche von dem beweglichen Geiste des böhmischen Volkes rasch erfaßt und
angeeignet wurden. Der Adel, der sich mehr und mehr der Gewalt des sorglosen und
verschwenderischen Herrschers entzog, machte sich die Lockerung der obersten Gewalt zu
gute und baute fleißig neue befestigte Wohnsitze nicht mehr als Vertreter des Herrschers,
sondern oft als Gegner desselben und gewöhnlich als herrschender Dynast der Umgegend.
Baiern und Franken gaben, sowie in anderen Sachen im X. Jahrhundert, den Impuls
zu umgreifenden Änderungen im Burgenbau. Wer nur immer konnte, wollte eine Burg
nach westlichem Muster haben, und um in Allem den deutschen Dynasten gleich zu sein,
mußte sie auch einen deutschen Namen bekommen. Die baierisch-fränkischen Benennungen
Sonnenberg, Königsberg, Waldek, Wolfstein, Hohenberg, Ramesberg, Engelburg,
Franenberg, Fnesperg, Cornburg, Sternberg, Klingenberg, Landesberg, Potenstein und
andere kehren in Böhmen wieder und werden den neuen Anlagen mitunter ohne wirkliche
Veranlassung beigelegt. Manche von ihnen erscheinen als schlechte Übersetzungen oder
Anlehnungen an bisher geltende slavische Benennungen, wie z. B. Klingenberg statt Zvekov
(zvuk --- Klang), Schreckenstein (Skrekov), Zampach (Sandbach — Pi'secna), Vogelhaus
(Kletce), Rauchenberg (Kaurim). Manche Namen sind vielleicht selbständig im Lande
entstanden oder durch die Baumeister ersonnen worden,, sie wurden aber sehr beliebt, wie
z. B. der Name Riesenberg (—bürg), welcher einigemal auftritt. Nach Personen erhielten