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Ocko von Vlasim — 1351 bis 1361 — (Prag, Metropolitankapitel-Bibliothek) geltend.
In den unter Wenzel IV. entstandenen Bilderhandschriftcn, in dem 1387 vollendeten
Wilhelm von Oranse (Wien, kunsthistorisches Hofmuseum), in der berühmten deutschen
Bibel und in der „goldenen Bulle" (Wien, Hofbibliothek) begann das Kunstschaffen der
Buchmaler schon zu verflachen, während in der 1402 für Konrad von Vechta geschriebenen
Bibel (Antwerpen, Nusöe kluIin-Uoretus) und in dem 1409 von Lanrinus von Klattan
ausgeführten Missale des Prager Erzbischofs Zbynko Zajlc von Hasenburg (Wien, Hof
bibliothek) noch der frühere Adel der Auffassung überwog. Von den am Hofe Wenzels IV.
thätigen Hofilluminatoren Frana, Nikolaus, Wenzel und Johann fertigte elfterer einen
Theil der Bilder der Wenzelsbibel an. Abgesehen von diesen Hauptwerken haben sich in
in- und ausländischen Bibliotheken noch zahlreiche, künstlerisch weniger hochstehende Bilder
handschriften erhalten, die in Böhmen ausgeführt wurden. Denn auch nach den Husiten-
kriegen leistete die Buchmalerei daselbst Tüchtiges und wußte sich neben den im XVI. Jahr
hundert immer mehr zur Geltung kommenden Jllustrationskünsten des Holzschnitts
und Kupferstichs lange mit Erfolg zu behaupten, wobei sie allerdings vielfach die durch
letztere vermittelten Motive verwerthete und langsam durch diese Renaissance-Einflüsse im
Figürlichen und Ornamentalen einen anderen Charakter annahm. Unter den in cechischer
Sprache geschriebenen Bilderhandschriften sind die Kladraner und die taboritische Bibel
sowie ein altes Testament der Prager Universitäts-Bibliothek, die 1435 für Herrn Philipp
von Paderov vollendete Bibel der Wiener Hofbibliothek, die Stundengebete zur heiligen
Maria (Prag, Universitäts-Bibliothek und Böhmisches Museum) und mehrere andere
hervorzuheben. Seit der Mitte des XV. Jahrhunderts richteten die einzelnen Kirchen
gemeinden ihr Augenmerk auf die Anschaffung bilderreicher Gesangsbücher (Cantionale), von
denen sich prächtige, meist dem XVI. Jahrhundert ungehörige Exemplare in vielen Städten
erhielten. Noch ins XV. Jahrhundert gehört das Kuttenberger (Prag, Bibl. Lobkowitz) und
das berühmte Leitmeritzcr Cantionale. Wie ungleichartig Werke derselben Alt ansgestattet
waren, zeigt das 1486 von Johann von Humpolec angefertigte Kuttenbcrger Missale neben
dem, welches der Illuminator Matthäus für den Hofmeister Smlsek von Vrchovisk (Wien,
kunsthistorisches Hofmuseum) vollendete. Fleißige und saubere Ausführung, die noch viel
fach alte Anschauungen festhült, zeigen die für Ladislaus von Sternberg gemalten Hand
schriften. Die Entwicklung der Buchmalerei in Böhmen, aus welche die ziemlich zahlreichen
einheimischen Illuminatoren den meisten Einfluß nahmen, blieb hier und da mit der
deutschen Kunst in Zusammenhang, wie z. B. die von Ulrich Bart in Magdeburg vollendeten,
1491 vom Stifte Tepl erworbenen Bilderhandschriften zeigen. Aber nach den Hnsitenkriegeu
ging die künstlerische Auffassung, die unter Karl IV. vorgcherrscht und in einer gewissen
internationalen Weise sich ausgebildet hatte, in einer immer mehr handwerksmäßigen unter.