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bedeutendste von allen hingestellt werden kann. Die heranbrechenden Kriegsjahre zer
streuen die Schaar und beeinträchtigen auch die Thätigkeit des Meisters, welcher, um
ans seiner Vaterstadt nicht scheiden zu müssen, hochbetagt znm katholischen Glauben über-
trat und im Jahre l63b starb.
Ein Fach ist es, welches vorzugsweise von diesen Meistern der Landstädte geübt
wird, das Herstellen von Epitaphien, welche das Andenken der Verstorbenen zu ehren
bestimmt sind. In Friedhofkirchen, sowie ab und zu auch an den Wänden und Pfeilern
der Hauptkirchen oder in den Sacristeien derselben aufgehängt, enthalten sie gewöhnlich
auf Tod und Auferstehung bezughabende Darstellungen mit den knieenden Gestalten der
Verblichenen. Selbst ein Spranger hielt es nicht unter seiner Würde, seinem Freunde
Michael Peterle von Annaberg für die Stephanskirche in Prag ein Epitaphium zu malen,
und schuf in dem gewaltigen, über den Tod triumphirenden Christus eines seiner besten
und ergreifendsten Bilder.
Das Grabdenkmal, bald in Form einer Tumba, bald als Epitaphium gestaltet,
spielt auch in der Entwicklung der plastischen Künste eine bedeutende Rolle. Die Tumba-
form, wie sie sich in den Premyslidengräbern zur Zeit Karls IV. ausgeprägt, bleibt immer
nur den Hohen und Höchsten Vorbehalten. In die Mitte einer Kirche gestellt, entbehrt sie
nicht, selbst bei einer weniger vollkommenen Durchführung, wie dies bei dem Grab
denkmal des Johann von Pernstein in der Kirche zu Pardubitz der Fall ist, eines würde
vollen Eindrucks. Zur vollendeten Durchbildung gelangt diese Form in dem glänzenden
Mausoleum der Domkirche in Prag, welches auf Geheiß Maximilians II. von Alexander
Collin in den Jahren 1564 bis 1589 hergestellt wurde; ursprünglich für die Eltern
Maximilians bestimmt, sollte es nur die Gestalten derselben tragen, aber nach dem früh
erfolgten Tode Maximilians wurde auch seine Porträtfignr den auf der Tumba liegenden
Gestalten zugescllt.
Unter den zahlreichen Epitaphien ans Stein, die insbesondere im nördlichen
Böhmen häufig Vorkommen, findet man nicht selten ganz bedeutende Arbeiten, wie es zum
Beispiel mit dem Grabmale Wolfs von Salhanseu vom Jahre 1589 in der Kirche zu
Bensen, den Sculptnren in Waltirsch, den Grabdenkmälern des Friedrich und Melchior von
Redern aus den Jahren 1565 bis 1566, beziehungsweise 1610 in Friedland, den Epitaphien
der Brozansky von Vresovitz vom Jahre 1583 und 1588 in der Kirche zu Brozan und
anderen der Fall ist. Interesse erregen auch die in und neben der Martinitz'scheu Kapelle
der Domkirchs in Prag befindlichen Grabsteine der Herren Johann und Georg von
Lobkowitz, von welchen ersterer laut eines im Jahre 1581 abgeschlossenen Vertrages
von Vincenz Strasryba, Steinmetzen in Laun, welcher vor dem Jahre 1594 über der
Arbeit starb, ausgeführt wurde. In diesen Arbeiten lernen wir Strasryba als einen der