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von Wien ans auch der kürzlich verstorbene Anton Wagner (beim böhmischen National
theater und beim neuen böhmischen Museum) betheiligten.
Der bedeutendste der jetzt in Prag lebenden Bildhauer ist Josef V. Myslbek,
ein Schüler Trenkwalds und gleichzeitig des Bildhauers Thomas Seidan in Prag, dann
während einiger Jahre bei Wenzel Levy, als dieser einige Arbeiten in Wien ausführte.
Von seinen vielen Arbeiten haben seine „Ergebenheit" für das Parlamentsgebäude in
Wien, dann der heilige Josef mit dem Christuskinde für die Josef Danbek'sche Familien
gruft nächst Liten, ein gekreuzigter Heiland (in Erzguß) für die Gruftkapelle des Freiherrn
von Ringhoffer in Kamenitz und das Modell für ein Reiterstandbild des heiligen Wenzel,
welches auf dem oberen Theil des Wenzelsplatzes vor dem böhmischen National-Museum
aufgestellt werden soll, ihm auf den internationalen Kunstausstellungen in Wien, München,
Berlin und Paris viele Freunde unter den Kunstgenossen verschafft und mehrfache
ehrende Auszeichnungen erworben. Auch hat Myslbek einige treffliche Porträtbüsten
ausgeführt. Seine jüngste Arbeit ist das große Modell zu einem Denkmal für den ver
storbenen Prager Fürst-Erzbischof Cardinal Fürst Schwarzenberg, welches diesem in einer
Seitenkapelle des St. Veitsdoms von seinem Nachfolger Cardinal Graf Schönborn
errichtet wird. Josef Myslbek, dem berufensten, war es Vorbehalten, die Leitung der
ersten Prager Bildhauerschule an der 1885 neu eröffnten k. k. Kunstgewerbeschule als
Professor und seit Februar 1893 als Director der ganzen Anstalt zu übernehmen.
Über achtzig Jahre lang war die Geschichte der Malerei und Plastik in Böhmen
beinahe identisch mit jener der Gesellschaft patriotischer Kunstfreunde, so lange diese
die von ihr gegründeten Kunstinstitute nicht nur verwaltete, sondern auch fast ausschließlich
aus eigenen Mitteln erhielt. Erst in der neueren Zeit trat darin ein Wandel ein, indem
sich an der Förderung der bildenden Künste in Böhmen auch noch andere neue Elemente
und mächtige Factoren betheiligten.
Vor Allem ist es die Böhmische Sparcasse, welche seit dem Jahre 1870 jährlich
einen hohen Beitrag zu den Verwaltungskvsten der Gesellschaft patriotischer Kunstfreunde
spendet und aus Anlaß ihres fünfzigjährigen Bestehens (1872) den Beschluß faßte, ein
der Tonkunst, den bildenden Künsten und dem Knnstgewerbe gewidmetes monumentales
Gebäude zu erbauen. Das zu Ehren weiland des durchlauchtigsten Herrn Kronprinzen
Erzherzogs Rudolf „Künstlerhaus Rudolphinum" benannte weitläufige
Gebäude, welches mit einem Aufwand von nahezu zwei Millionen Gulden erbaut wurde,
enthält nebst dem großen Concert-Saal und den nothwendigen Schullocalitäten für
das Conservatorium und den Räumen für das von der Prager Handels- und Gewerbe
kammer gegründete „Knnstgewerbe-Museum" ausgedehnte und zweckentsprechende Räume,
meist mit Oberlicht, welche im August 1884 der Gesellschaft patriotischer Kunstfreunde