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MAK

Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Böhmen, 2. Abtheilung

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Professoren  der  beiden  deutschen  Hochschulen  in  Prag  gegründete  „Gesellschaft  zur
Förderung  deutscher  Wissenschaft,  Kunst  und  Literatur  in  Böhmen".  Diese
beiden  Akademien  ergänzen  sich  nur  durch  Wahl  in  den  Vollversammlungen  und  gliedern
sich  in  einige  Abtheilungen,  deren  je  eine  die  Vertreter  der  bildenden  Künste  vereinigt;
beide  erstreben  in  ähnlicher  Weise  die  Förderung  wissenschaftlicher,  literarischer  und
künstlerischer  Arbeiten  durch  Gewährung  der  nothwendigen  Geldmittel,  durch  Zuerkennnng
von  Preisen  und  von  Stipendien  zu  Studienzwecken  aller  Art  und  durch  Herausgabe
von  Jahrbüchern,  welche  eine  Übersicht  über  die  Leistungen  böhmischer  Künstler  bieten.
Die  Runftindustrie.
Es  ist  gewiß  keine  leichte  Aufgabe,  die  Entwicklung  des  Kunstgewerbes  in  der
ältesten  Zeit  in  einem  bestimmten  Gebiete,  im  Bereiche  eines  bestimmten  Landes  zu  verfolgen. ­
  Die  Producte  der  mittelalterlichen  Kunst  haben  sich  in  der  Regel  nur  spärlich
erhalten  und  die  Geschichtsquellen  geben  uns  selten  Nachricht  über  die  Pflege  des  Kunstgewerbes. ­
  Es  berührt  schmerzlich,  daß  wir  in  der  Geschichte  Böhmens  häufiger  Nachrichten
über  die  Vernichtung  der  Producte  des  Kunstgewerbes  als  über  seine  Pflege  begegnen.
Jede  bewegte  Epoche  brachte  die  Zerstörung  kleinerer  Denkmäler  des  Kunstgewerbes
mit  sich;  schon  in  den  ältesten  Zeiten,  während  der  Regentschaft  Otto's  von  Brandenburg, ­
  unter  Heinrich  von  Kärnten,  unter  Johann  von  Luxemburg  und  schließlich  zur  Zeit
der  Husitenkriege  wurde  eine  Unzahl  von  kleineren  Denkmälern  der  bildenden  Künste
in  Böhmen  vernichtet.  Was  damals  dem  Verderben  entging  oder  neu  hergestellt  wurde,
das  ging  im  dreißigjährigen  Kriege  zu  Grunde,  und  wie  in  der  ganzen  Monarchie,  so
reducirten  auch  in  Böhmen  die  Finanzverordnungen  aus  den  Jahren  1806  und  1809  die
letzten  Überreste  der  Producte  der  Goldschmiedeknnst  auf  ein  Minimum.
Infolge  dieser  Schicksalsschläge  ist  nun  das  Land,  das  einst  in  verschiedenen  Zweigen
des  Kunstgewerbes  berühmt  war,  verhältnißmäßig  arm  an  alten  Producten  dieser  Art.
Namentlich  gilt  dies  von  der  ältesten  Zeit,  der  romanischen  Periode.  Nur  Weniges  hat  sich
in  den  streng  bewachten  Schätzen  der  Kapitel  erhalten  und  Einiges  hat  in  neuerer  Zeit  der
Boden,  der  in  seinem  Schoße  noch  so  manches  Denkmal  birgt,  ab  und  zu  bei  zufälligen
Ausgrabungen  ans  Tageslicht  gefördert.  Und  was  ist  von  dieser  so  geringen  Zahl  das
Product  fremden,  was  einheimischen  Fleißes?  Kleine  und  tragbare  Gegenstände,  wie
es  die  Erzeugnisse  des  Kunstgewerbes  waren,  gehörten  ja  stets  zu  den  Handels-  und
Tauschartikeln.  Einiges  wurde  von  fremden  Geschäftsleuten  importirt,  Anderes  brachte
ein  kunstsinniger,  angesehener  Liebhaber  von  seinen  Reisen  in  der  Fremde  als  kostbares
Andenken  zurück,  Anderes  wiederum  widmete  ein  fremder  Spender.  Und  beinahe  Alles,
            
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