Es sind dies hohe walzenförmige Becher, die mit Familienwappen
in Emailfarben geschmückt und ab und zu mit
einem Ornamentstreifen, der zum Theil vergoldet oder mit
Diamant gravirt war, versehen sind. Die emaillirte Verzierung
ist auch fernerhin beliebt, und zwar, wie es den
Anschein hat, namentlich in den Glashütten Nordböhmens,
insbesondere in der Glashütte Schürers in Falkenau, die schon im Jahre 1443 gegründet
wurde. Während die ersten Becher nur mit Wappen geschmückt sind, sind jene ans dem
XVII. Jahrhundert mit figuralem Schmuck versehen, und zwar sind es Scenen aus der
biblischen Geschichte und nebstbei auch Blumenornamente. Seltene Beispiele bewahrt
namentlich die Sammlung des Herrn Lanna in Prag, in welcher sich der besonders
interessante Becher aus dem Jahre 1647 mit der Inschrift: „Simon Wolfreidt Schürer
von Waltheimb, Glashüttenmeister zu Falkow", „Stanislaus Fritz Primator, Glockengießer
zu Naudnitz", befindet.
Aber die Emailverzierung wird in der böhmischen Glasindustrie frühzeitig von dem
Schliff verdrängt. Die Einführung der Glasschleiferei in Böhmen wird Caspar Leman
zugeschrieben, der unter Kaiser Rudolf in Prag wirkte und hier auch im Jahre 1622 starb.
XVII. und XVIII. Jahrhundert.