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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Böhmen, 2. Abtheilung

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Verbesserungen  nicht  zu  gedenken  —  mehrere  großartige  Wiesenmeliorationen  mit  Staatsund ­
  Landeshilfe  vorgenommen  und  in  zufriedenstellender  Weise  dnrchgeführt  worden.
Eine  zweite  Einrichtung  zur  Hebung  des  Wiesenbaues,  die  nicht  weniger  erfolgreich
wirkt,  sind  ambulante  Wiesenbaucurse,  deren  Abhaltung  in  Böhmen  seit  einer  Reihe
von  Jahren  aus  Landesmitteln  besorgt  wird.  Vor  einigen  Jahren  ward  damit  auf  der
Domäne  Nachod  der  Anfang  gemacht;  gegenwärtig  ist  die  höhere  landwirthschaftliche
Landeslehranstalt  Tabor  damit  betraut,  indem  sie  alljährlich  im  Sommer  in  Gegenden,  die
sich  dazu  eignen,  Wiesenbaucurse  von  vierwöchentlicher  Dauer  abhalten  läßt,  für  deren
Theilnehmer  das  Land  eine  Anzahl  Stipendien  gewährt.  Die  Curse  sind  indeß  nicht  nur
von  diesen  Stipendisten  gut  besucht,  sondern  auch  von  jungen  Landwirthen,  die  auf  eigene
Kosten  Belehrung  und  Unterweisung  suchen.  Nach  jedem  der  bereits  abgehaltenen  Curse
wurde  ein  Stück  Wiese  in  entsprechend  meliorirten  Zustand  gebracht,  zur  Aufmunterung
Aller,  die  das  Grundstück  in  seinem  früheren  verwahrlosten  Zustand  kannten  und  nunmehr
die  Erfolge  der  Bodenverbesserungen  zu  betrachten  Gelegenheit  haben.
Es  unterliegt  keinem  Zweifel,  daß  Böhmen  mit  besten  Aussichten  auf  eine  namhaste
Steigerung  seiner  bisherigen  Grasprodnction  lossteuert;  die  Erfolge,  die  fast  überall,
und  zwar  schon  kurze  Zeit  nach  Vollendung  der  Meliorationsarbeiten  zu  Tage  getreten
und  für  Jedermann  sichtbar  geworden  sind,  lassen  das  Beste  für  die  Zukunft  des  heimischen
Wiesenbaues  erhoffen.
Etwas  älterenDatums  sind  die  Bemühungen  der  böhmischenLandwirthe,  insbesondere
der  Großgrundbesitzer,  nasse  Grundstücke  mittelst  Trockenlegung  zu  verbessern.  Hier  galt
es  nicht  allein  Wiesengründe,  sondern  auch  bedeutende  Ackerflächen  durch  Drainage  der
Verwahrlosung  zu  entreißen.  Auch  diesem  wichtigen  Zweige  des  Meliorationswesens
widmet  das  culturtechnische  Bureau  des  Landesculturrathes  große  Aufmerksamkeit  und  es
sind  heute  wohl  schon  Millionen  von  Cnrrentmetern  Drains,  mit  entsprechenden  Thonröhren ­
  versehen,  in  Thätigkeit.
Die  Thicrprodnction.  Wiewohl  es  Böhmens  Landwirthen  nie  an  Sinn  für
die  Thierzucht  gemangelt  hat,  so  ist  doch  erst  in  der  Neuzeit  dieser  Theil  der  landwirthschaftlichen
  Production  zu  einer  achtunggebietenden  Bedeutung  herangereift,  seitdem  einerseits
die  Mittel  zur  Erhaltung  der  Thiere  in  reichlicherer  Menge  als  vormals  beschafft  werden,
anderseits  auch  zweckmäßige  und  erprobte  Znchtregeln  immer  mehr  zur  Kenntniß  und
Gewohnheit  der  ländlichen  Bevölkerung  gelangen.  Es  gab  in  Böhmen,  bei  der  nur  mäßigen
Verbreitung  von  Wiesen  und  Weideflächen,  sogar  eine  geraume  Zeit,  wo  die  mangelhafte
Ernährung  der  Wirthschaftsthiere  ein  fast  allgemeines  Herabkommen  derselben  in  Größe
und  Gestalt  zur  Folge  hatte,  ein  Übelstand,  der  erst  zu  weichen  begann,  als  der  Klee-  und
Futterbau  auf  Äckern  aufkam  und  es  ermöglichte,  für  das  Vieh  kräftigere  und  ausgiebigere
            
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