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Auftrag weiland des Fürsten Johann Adolf zu Schwarzenberg für ewige Zeiten als
Urwald erhalten bleiben soll, um wissenschaftlichen Forschungen zu dienen, fast gänzlich
verschwunden. Immerhin ist dem Laien wie dem Forscher die seltene Gelegenheit geboten,
die Großartigkeit des von der Natur selbst geschaffenen Waldes anzustaunen. Die Klüfte des
aus riesigen Stcinblöcken bestehenden Untergrundes sind ausgefüllt mit den Verwesungs-
producten früherer Vegetation; darüber liegen kreuz und quer in undurchdringlichem
Gewirre mächtige Stämme (ortüblich Ronen genannt) in allen Graden der Verwesung,
neuer Vegetation als Keimbeet dienend. Unzählige Samen von Buchen, Ahorn, Tannen
und Fichten mit jenen zahlreicher Sträucher haben auf diesen Leibern ihrer Ahnen den
Keim entwickelt und die jungen Pflanzen den Kampf ums Dasein begonnen, in welchem
die stärkeren und begünstigten Sieger bleiben, um zu Giganten ihres Geschlechtes
heranzuwachsen, bis auch ihre Zeit gekommen, wo sie absterbend ihre kahlen Äste in
die Lüfte strecken, um bald darauf zusammenzubrechen und neuen Generationen Platz
zu machen.
Von dieser Excursion in den böhmischen Urwald zur Schilderung der Betriebsarten
zurückkehrend, sei hervorgehoben, daß die überwiegende Mehrheit der Forste, und zwar
94 5 Procent dem Hochwaldbetriebe und nur 5'5 Proeent dem Niederwaldbetriebe
angehöreu.
Der Nieder- und Mittelwald betrieb ist zumeist in der Mitte des Landes, im
böhmischen Tieflande, sowie im östlichen Böhmen längs den Elbeniederungen heimisch,
jedoch in letzterer Zeit in Abnahme begriffen, da die Concurrenz der Mineralkohle den
Brennholzabsatz erschwert und die Einfuhr anderer Gerbstoffe die Eichenschälwirthschaft
minder ertragsfähig macht, weshalb sich zahlreiche Waldbesitzer entschlossen haben, diese
Betriebsart aufzngeben und zum Hochwaldbetriebe überzugehen.
Der Hochwaldbetrieb, vorwiegend Nadelholzbetrieb mit Kahlschlagwirthschaft,
in den Gebirgsforsten mit 100 bis 120jährigem Umtriebe, im Flachlande größtentheils
mit Umtriebszeiten unter 100 Jahren, ist über das ganze Land verbreitet, der reine
Laubholzbetrieb jedoch fast nur auf die Buchenbestände beschränkt. Wo die Nachzucht von
schattenliebenden Holzarten, besonders Buche und Tanne, und die Standortsverhültnisse
die Kahlschlagwirthschaft ansschließen, ist der geregelte Plänterschlagwirthschafts-Betrieb
in Anwendung und können die Forste von Winterberg, Frauenberg und Hirschberg nebst
anderen als Muster in dieser Beziehung angeführt werden. Die reine Plänterwirtschaft,
im geordneten Forsthaushalte nur auf den Schutzwald in den höchsten Gebirgslagen, sowie
auf Gehängen, wo jede Bloßlegung des Bodens vermieden werden muß, beschränkt, wird
von den Kleinwaldbesitzern in ihren sehr parzellirten Wäldern allgemein und besonders
im südlichen Theile des Landes, sowie im mährischen Grenzgcbirge betrieben.