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Ausbruch der husitischen Unruhen betätigte. Die Kuttenberger waren ursprungll )
graße Feinde der Husiten, von denen viele in den Schachten ihren Tod gefunden haben
sollen. Als sich m der Folge die Husiten Kuttenbergs bemächtigten, vergalten sie den
Bergleuten Gleiches mit Gleichem; viele angesehene Bergleute fanden entweder den Tod
oder aber sahen sich (falls sie znm Husitismus nicht übertreten wollten) zur Aus
wanderung gezwungen. Leider erlitten bei diesem Wechsel auch die Knttenberger Berg
werke einen nie wieder völlig behobenen Schaden. Dazu kam, daß sich bereits bei
Ausbruch der Husitenkriege der Kuttenberger Bergbau in ansehnlichen Tiefen bewegte
und bei den damaligen sehr unvollkommenen technischen Mitteln nurmehr schwierig und
mit großen Unkosten zu bewältigen war.
Der berühmte Montan-Historiograph Kaspar Graf Sternberg berechnete die
gesammte Silber-Production Kuttenbergs in dem Zeiträume von 1240 bis 1620, also m
380 Jahren auf mehr als acht Millionen Mark; es entfiele somit auf ein Jahr
durchschnittlich mehr als 21.000 Mark. Nun wurden im XVI. Jahrhundert nurmehr etwa
13.000 Mark Silber jährlich gewonnen, woraus zu schließen ist, daß die Production
Kuttenbergs in der Blütezeit selbst bei der nüchternsten Benrtheilung sehr hoch angeschlagen
werden muß. .
Der Kuttenberger Bergbau erstreckte sich in dem dortigen Urgebirge (Gneis) auf em
ausgedehntes System von Erzgängen oder Gangzügen in der Länge (von Nord nach Sud)
von etwa fünf Kilometer und in der Breite (von Ost nach West) von etwa vier Kilometer,
das ist etwa 20 Quadrat-Kilometer bergmännisch bebauter Fläche, welche um die i-tadt
Kuttenberg mit dem nördlich benachbarten Bergorte, Gang genannt, vertheilt ist. Un
geheuere Mengen von dicht angeordneten Halden, deren jede einem ehemaligen Schacht
entspricht, machen die einzelnen Gangzüge auch heute noch kenntlich und zeugen von
großartiger hier geleisteter menschlicher Arbeit. Die von den Alten in Kuttenberg erreichte
Tiefe wird glaubwürdig auf etwa 600 Meter (vertical gemessen) angeschlagen; für die
damaligen höchst mangelhaften technischen Hilfsmittel ist diese Tiefe geradezu erstaunlich !
Auch die Reste des alten Hüttenbetriebes, zahlreiche Schlackenhalden an drei stellen (stet--
am Bach) sind noch heute wahrzunehmen.
Durch den dreißigjährigen Krieg wurde der alte Bergbau von Kuttenberg nahezu
vernichtet, denn Alles, was seither daselbst unternommen wurde, war nur machtloser
Versuch ohne sichtlichen Erfolg. In der neuesten Zeit hat es der Staat unternommen, der
öffentlichen Meinung, welche in Kuttenbergs Tiefen verlassene und nicht erschlossene
Schätze erhofft, Rechnung zu tragen, und betreibt an entsprechend gewählten Punkten
drei Schachte, von welchen ans das ganze Terrain in der Tiefe ausgiebig untersucht
werden wird.