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Eisenindustrie von ehemals, von jetzt und von weiterhin eine in der That großartige
Grundlage verleihen. Die unterste Zone dieses Brdaschichten-Systems (nach Barrande v 1)
enthält als mittleres Glied die (von Lipold und Krejct benannten) „Komorauer Schichten".
In diesen vorwaltend schieferigen Schichten kommen vollkommen flötzförmig eingelagert
diejenigen großartig ansgebildeten Eisensteinlager vor, welche seit undenklichen Zeiten
zur Erzeugung des böhmischen Eisens verwendet wurden. Die förmlichen Eisenstein-
flötze der Komorauer Schichten enthalten vornehmlich die eben ihnen eigenthümlichen
linsenförmigen Rotheisensteine und (an den Ausbissen) Brauneisensteine neben schiefrigen
und dichten Partien derselben Erze, stellenweise auch Sphärosiderit in verschiedener
Mächtigkeit und Erzreinheit, an zahlreichen Orten aber von ausgezeichneter Qualität und
bedeutender Quantität. Dieses mächtige Eisenerzvorkommen zieht sich, im Wesentlichen dem
Rande der böhmischen Silurmulde folgend und stellenweise Separatmulden bildend, —
südöstlich (gegen Pribram zu) von Grauwackenschichten, im Übrigen aber fast unmittelbar
von den Huronschiefern untcrlagert, — in einem langgedehnten angenähert elliptischen
Umfange zu beiden Seiten der Silur-Muldenaxe, als welche Übertags beiläufig die Richtung
der böhmischen Westbahn zwischen Beraun und Pilsen anzunehmen ist.
Die hauptsächlichsten Orte der Eisensteinbergbaue sind der Reihe nach zunächst
nördlich von der Muldenaxe in der Richtung von Ost nach West, dann südlich von der
Muldenare zurück in der Richtung von West nach Ost, im Folgenden angeführt und
werden zugleich diejenigen Eisenwerke genannt, welche an der bergmännischen Erzgewinnung
vornehmlich Antheil haben. Alle diese Erzbaue gehören vorzugsweise der älteren Periode
des böhmischen Eisenhüttenwesens an und sind großentheils gegenwärtig (wohl nur
vorübergehend) aus später anzugebendem Grunde nicht im Betriebe.
Nördlich bei Beraun beginnend, begegnen wir zunächst dem Eisensteinvorkommen bei
Althütten an dem Beraunflusse, wo nach Hajeks Erzählung (bei Hyskov) das Eisenerz
zu allererst (bereits im VIII. Jahrhundert) in großer Menge vorgefunden worden sein
soll. In naher Nachbarschaft (westlich) folgt die große Separatmulde der Krusna Hora
mit ihren in der That prächtigen zwei Eisensteinlagern (das Hauptlager etwa zehn, das
Hangendlager an zwei Meter mächtig) in einer Flächenausdehnung von etwa zwei Quadrat-
Kilometer. Dieses Feld ist im Besitze einerseits (östlich) der ehemals Fürstenberg'schen
Eisenwerke (jetzt böhmische Montangesellschaft), anderseits der Zbirover Eisenwerke. In
der Fortsetzung der Krusna Hora-Mulde folgt südwestlich ein ganz ähnliches, jedoch minder
ausgedehntes Eisensteinvorkommen unter dem Berge Belts bei Kublov und der Eisenstein
bergbau „Hrebeny" der Zbirover Eisenwerke. Parallel mit den erwähnten Separat
mulden erstrecken sich am Ausbisse der Silur-Hauptmulde die Eisensteinbaue bei Svata,
Hredl und Tocnik. (Bei Svata kommt untergeordnet auch Zinnober vor, zwischen Svata
Böhmen. 35